Die 50-Cent-Münzen der EURO-Länder

50-Cent-Münzen – sehr viel mehr als nur ein halber Euro

50-Euro-Cent-Münzen sind als Sammelgebiet vielleicht nicht so weit verbreitet wie beispielsweise 2-Euro-Sondermünzen.
Jedoch stehen sie z. B. in puncto Motivvielfalt ihren „großen Geschwistern“ in nichts nach. Immer mehr Numismatiker entdecken die „halben Euros“ deshalb als Sammelobjekte für sich.

Europäischer Standard

Wie für alle Euro-Münzen wurden natürlich auch die technischen Details der 50-Cent-Stücke in einer offiziellen Verordnung der Europäischen Union genau festgelegt. Diese Vorgaben zu Material, Dicke, Gewicht und Randgestaltung haben in allen Euro-Ländern ihre Gültigkeit und machen die Münzen damit im gesamten Euro-Raum maschinell erkenn- und verwendbar. In konkreten Zahlen ausgedrückt, heißt das für die am Rand grob geriffelte 50-Euro-Cent-Münze: Durchmesser 24,25 mm, Gewicht 7,80 g.

„Nordisches Gold“ – eine schwedische Legierung für die Euro-Zone

50-Euro-Cent-Münzen bestehen wie die 10-Cent- und 20-Cent-Stücke der Euro-Währung aus „Nordischem Gold“ – einer Legierung aus 89 % Kupfer, 5 % Aluminium, 5 % Zink und 1 % Zinn. Das „Nordische Gold“ fand bereits vor der Einführung des Euro-Münzgeldes in einigen Ländern in der Münzherstellung Anwendung. Ursprünglich wurde diese spezielle Legierung für die schwedische 10-Kronen-Münze entwickelt, auf die auch ihre Bezeichnung zurückgeht.

Antiallergisches und langlebiges Zahlungsmittel

Das Material verfügt neben seiner goldenen Farbe über andere herausragende Eigenschaften: So hat ,die für die Münzprägung gut verformbare, Legierung nur eine geringe Neigung anzulaufen oder sich zu verfärben. Darüber hinaus zeichnet sich „Nordisches Gold“ durch beständige und verschleißfeste Eigenschaften, sowie ein niedriges Allergiepotenzial aus. Da die bewährte Legierung kein Nickel enthält, ist die Gefahr von Kontaktallergien somit auch bei 50-Cent-Münzen gering.

Einheitliche Wertseite …

Wie sämtliches Euro-Münzgeld sind auch 50-Cent-Stücke seit dem Jahr 2002 (bzw. seit dem entsprechenden Euro-Einführungsjahr des jeweiligen Landes) im Umlauf. Ihre Wertseite ist in allen Euroländern einheitlich und wurde vom belgischen Münzdesigner Luc Luycx entworfen, wie die eingeprägten Initialen „LL“ verraten. Im Zuge der Erweiterung der Europäischen Union (EU) wurde das ursprüngliche Wertseitenmotiv im Jahr 2007 geändert. Mit Ausnahme der 1-, 2- und 5-Cent-Münzen zeigen alle Euro- und Euro-Cent-Münzen die geografischen Umrisse der EU ohne Ländergrenzen. Die bisherigen Euro-Münzen behalten dabei weiterhin ihre Gültigkeit.

… vielfältige Motivseite

Die Vorderseiten der Münzen tragen stets ein landestypisches Motiv des jeweiligen Ausgabestaates. Während die Darstellungen auf den 50-Cent-Münzen in der Regel sehr unterschiedlich sind – sie reichen von antiken Abbildungen über berühmte Bauwerke bis hin zu Staatswappen – vereint vier Länder das gleiche Motivthema: So würdigen Belgien, Luxemburg, die Niederlande und die Vatikanstadt ihre Staatsoberhäupter durch ein Porträt.
Gemäß einer Empfehlung zur Münzengestaltung der Euro-Teilnehmerländer dürfen diese Münzmotive geändert und ausgetauscht werden, wenn ein abgebildetes Staatsoberhaupt wechselt.

Europäischer Sternenkranz

Zudem finden sich auf den Motivseiten sämtlicher 50-Euro-Cent-Münzen neben der Prägestätte (Münzzeichen) bzw. den Initialen des Graveurs sowohl das Ausgabejahr als auch zwölf Sterne am Münzrand – das Symbol Europas. Diese sind – selbstverständlich richtliniengemäß – so angeordnet wie auf der EU-Flagge.

„Falscher Fuffziger“

Im Gegensatz zu 2-Euro-Münzen sind 50-Cent-Stücke – abgesehen von einigen wenigen Sonder-Veröffentlichungen der Vatikanstadt – im gesamten Euro-Raum bislang nicht als offizielle Gedenkmünzen verausgabt worden. Dennoch halten Sammler beim Blick ins Portemonnaie seit Jahren nach einer ganz besonderen 50-Euro-Cent-Münze Ausschau: einer deutschen Fehlprägung von 2002. Diesen „falschen Fuffziger“, der versehentlich hundertfach in den Umlauf gelangte, erkennt man sofort an seiner Motivseite. Hier entdeckt das erstaunte Sammlerauge nicht wie gewohnt eine Abbildung des Brandenburger Tors, sondern das Bundesadler-Motiv der deutschen 1-Euro-Münze. Die kuriose 50-Cent-Rarität wird in Sammlerkreisen zum Tausendfachen des Nominalwertes gehandelt.

In der Übersicht: die Motivseiten der 50-Euro-Cent-Münzen

Die Euro-Währung ist in 19 von 28 EU-Staaten offizielles Zahlungsmittel. Darüber hinaus geben auch Andorra, Monaco, San Marino und Vatikanstadt eigene Euro-Münzsätze aus. Die Motive der 50-Euro-Cent-Münzen sind in den meisten Euro-Staaten identisch mit den Abbildungen auf den 10- und 20-Euro-Cent-Münzen des jeweiligen Euro-Landes. Lediglich in Griechenland, Italien, Österreich, San Marino und Slowenien gibt es für diese drei Kursmünzentypen jeweils unterschiedliche Motive. Die aktuellen 50-Euro-Cent-Münzen im Überblick:

 

 

 

 

 Andorra: Die präromanische Kirche in der andorranischen Stadt Santa Coloma.

 

 

 

 

 

 

 

Belgien: Abbildung und Monogramm des siebten Königs der Belgier, König Philippe.

 

 

 

 

 

 

 

 Deutschland: Das Brandenburger Tor – Wahrzeichen von Berlin und Symbol der deutschen Wiedervereinigung.

 

 

 

 

 

 

 

Estland: Die Umrisskarte von Estland – im Gegensatz zum erhaben geprägten Motiv auf den Euromünzen, hier in vertiefter Darstellung.

 

 

 

 

 

 

 

Finnland: Löwe mit Schwert – das Wappentier Finnlands.

 

 

 

 

 

 

 

Frankreich: Die Säerin – Symbol für die Fruchtbarkeit des Landes und Motiv des früheren Franc.

 

 

 

 

 

 

 

Griechenland: Porträt des griechischen Sozialreformers und Diplomaten Eletherios Venizelos (1864-1936).

 

 

 

 

 

 

 

 Irland: Die keltische Harfe als das traditionelle Nationalsymbol Irlands.

 

 

 

 

  

 

 

 

  Italien: Abbild der antiken Reiterstatue des römischen Kaisers Marcus Aurelius mit dem Kapitolspflaster von Michelangelo.

 

 

 

 

 

 

 Lettland: Großes Staatswappen von Lettland.

 

 

 

 

 

 

 

Litauen: Das litauische Staatswappen (Vytis) mit einem kämpfenden Ritter hoch zu Pferd mit gezogenem Schwert.

 

 

 

 

 

 

 

Luxemburg: Ein Porträt des Großherzogs Henri und die Landesbezeichnung „Letzebuerg“ in luxemburgischer Sprache.

 

 

 

 

 

 

 

Malta: Aktuelles maltesisches Wappen von 1988.

 

 

 

 

 

 

 

Monaco: Monogramm und Standarte Fürst Alberts II.

 

 

 

 

 

 

 

Niederlande: Porträt des Königs Willem-Alexander.

 

 

 

 

 

 

 

 Österreich: Die 1897/98 errichtete Wiener Secession – bis heute Ausstellungsgebäude für zeitgenössische Kunst.

 

 

 

 

 

 

 

Portugal: Das historische Siegel König Alfonso Henriques von 1142.

 

 

 

 

  

 

 

 San Marino: Die drei Türme Guaita, Cesta und Montale.

 

 

 

 

 

 

 

Slowakei: Abbildung der Burg Bratislava (oder: Bratislavaer Burg und Pressburg) in der Hauptstadt der Slowakei und das slowakische Staatswappen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Slowenien: Der Triglav, höchster Berg Sloweniens, sowie das Sternbild des Krebses.

 

 

 

 

 

 

 Spanien: Porträt des spanischen Schriftstellers Miguel de Cervantes Saavedra (1547-1616).

 

 

 

 

 

 

 

 Vatikanstadt: Das Porträt von Papst Franziskus in Frontansicht.

 

 

 

 

 

 

 

 Zypern: Das Schiff von Kyrenia – das Symbol der Insel Zypern.

 

 

 

 

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