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Fehlprägungen

50 Öre Norwegen Fehlpraegung

Fehlprägungen von Münzen – ein beliebtes Sammelgebiet

Als Fehlprägungen bezeichnet man all die Münzen, die durch Fehler bei der Herstellung Mängel in Bezug auf das Material oder das Münzbild aufweisen.

 

Eine der bekanntesten deutschen Fehlprägungen - die 50 Pfennig Münze von 1950 mit der Aufschrift „Bank Deutscher Länder“

Eine der bekanntesten deutschen Fehlprägungen - die 50 Pfennig Münze von 1950 mit der Aufschrift „Bank Deutscher Länder“
                         

Aufgrund der Qualitätskontrollen bei der Prägung gelangen jedoch nur wenige Fehlprägungen in den Umlauf. Diese sind manchmal wertvoller und haben sich teilweise als eigenständiges Sammelgebiet etabliert.

 

Obwohl Fehlprägungen eigentlich mangelhafte Münzen sind, die versehentlich geprägt wurden, sind genau diese bei Sammlern oft sehr beliebt. Durch die fehlerhafte Prägung sind sie zu einer Besonderheit geworden.

Oft befinden sich nur wenige dieser Fehlprägungen im Umlauf. Diese Seltenheit lässt Sammlerherzen höher schlagen und häufig steigt der Wert der Fehlprägungen um ein vielfaches an.

 

                         

 

50 Öre Norwegen Fehlpraegung

 

Arten von Fehlprägungen

Am häufigsten trifft man auf sogenannte „Stempeldrehungen“. Dabei steht das Münzbild beim Drehen um die Längsachse nicht gerade, sondern zwischen 10 Grad bis 350 Grad gedreht. Eine Drehung um 180 Grad, d.h. dass die Münze auf dem Kopf steht, ist bei französischen Münzen Usus, bei deutschen Münzen jedoch ein eindeutiges Indiz für eine Fehlprägung, die als „französische Fehlprägung“ bezeichnet wird. Gehäufte Stempeldrehungen traten z.B. bei den 1-Pfennig-Münzen von 1972 „G“, den 2-Pfennig-Münzen von 1986 „D“ oder den 5-Pfennig-Münzen von 1995 „F“ auf.

Wenn der Stempel den Rohling beim Prägen nicht mittig trifft und das Münzbild nur teilweise versetzt zu sehen ist, spricht man von „Dezentrierung“. Je weiter das Münzbild verschoben ist, desto höher ist der Wert dieser Abarten.

Eine dritte Abart sind die „Doppelprägungen“, bei denen der Prägestempel zweimal hintereinander auf den Rohling schlägt und eine zweite, leicht verschobene, Doppelprägung hinterlässt, die häufig nur der erfahrene Sammler erkennen kann.

Von „Doppelsenkungen“ spricht man, wenn lediglich Teile des Münzbildes auf der Münze doppelt zu sehen sind. Hierbei handelt es sich immer um einen Fehler des Stempels, der dann gleich eine größere Menge Fehlprägungen verursacht. Dies war z.B. bei der Prägung der 2-DM-Münze „Ludwig Erhard“ 1988 in Stuttgart (Prägezeichen F) der Fall.

“Lichtenrader Prägungen“ sind Münzen, die auf einer Seite spiegelverkehrte Konturen der anderen Seite aufweisen. Das kann passieren, wenn die Prägestempel versehentlich aufeinanderschlagen, ohne dass eine Münze dazwischen liegt.

Wenn Rohlinge versehentlich in die Prägeform eines anderen Münzwertes gelangen, dann findet man z.B. das nicht vollständige Abbild eines höheren Nennwertes auf dem kleineren Rohling. Mitunter gelangen sogar ungeprägte Rohlinge in den Umlauf.

Gelegentlich tauchen Münzen auf, bei denen Teile des Münzbildes nicht mitgeprägt worden sind. Dies ist auf kleine Öltropfen zurückzuführen, die hin und wieder – bei fehlerhafter Funktion der Prägeautomaten – auf den Rohling geraten und dafür verantwortlich sind, dass die entsprechende Fläche auf der Münze frei von Prägungen ist.
Als „Zainende“ bezeichnet man Münzen, bei denen es beim Ausstanzen durch Überlagerungen der Stanzlöcher zu Fehlern kommt, sodass die Münzen nicht mehr kreisrund sind, sondern Abweichungen in Halbmondform aufweisen.

Doch nicht jede Fehlprägung wird sicher wertvoll. Der Wert ist vor allem von der Seltenheit und der Nachfrage auf dem Sammlermarkt abhängig. Und natürlich sind auch viele Fälschungen im Umlauf. Daher sollte gerade der unerfahrene Sammler vorsichtig bei dem Kauf von Fehlprägungen sein und sich vorher ausgiebig erkundigen. Dazu stehen vor allem Münzfachhändler und Münzfachzeitschriften zur Verfügung.

Neben den berühmtesten und wertvollsten Fehlprägungen, gibt es aber auch welche, die Sie tatsächlich mit etwas Glück in ihrem Portemonnaie oder in alten Truhen und Erinnerungskisten finden können. Denn auch unter unseren Euro Münzen und der alten D-Mark gibt es einige Fehlprägungen zu entdecken. Genauso lassen sich auch beim Stöbern in alten Pfennig-Sammlungen auf Flohmärkten vergessene „Schätze“ entdecken.

Euro-Fehlprägungen aus ihrem Portemonnaie!

Das Sammeln von Fehlprägungen ist mit der Einführung des Euros nicht vorbei! Auch heute noch unterlaufen den Prägestätten Fehler und Fehlprägungen kommen versehentlich in den Umlauf.

Fehlprägung Hamburg                           Künstler: Luc Luycx

So wurde zum Beispiel die 2-Euro-Gedenkmünze Hamburgs aus dem Jahr 2008 mit dem Motiv „Michaeliskirche“ durch einen technischen Fehler im Produktionsprozess mit einer falschen Wertseite geprägt.

Im Jahr 2007 wurde die Europakarte durch die neu beigetretenen Länder erweitert, die Prägestätte Stuttgart (F) verwendete 2008 jedoch noch die alte Karte. Wie viele dieser Fehlprägungen in den Umlauf geraten sind ist unbekannt. Sie sind jedoch weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel. Auf dem Sammlermarkt können sie jedoch einen Wert erreichen, der deutlich über dem Nominal liegt.

Sollte Ihnen ein 50-Cent-Stück aus dem Jahr 2002 der Prägestätte Karlsruhe (G) in die Hände fallen, prüfen Sie die Wappenseite! Einige dieser Stücke wurden versehentlich mit dem Bundesadler der 1- und 2-Euro-Rückseiten statt mit dem Brandenburger Tor geprägt. Eines dieser Stücke wurde am 27. Mai 2010 im Tempelhofer Münzenhaus in Berlin  für 750 Euro versteigert. Außerdem ist es in diesem Jahr zu weiteren Fehlprägungen gekommen, sodass heute 50-Cent-Stücke mit zwei Rückseiten (Brandenburger Tor) und 50-Cent-Prägungen auf 1-Euro-Rohlingen im Umlauf sein sollen.

Eine 2 Euro Münze aus Belgien, die durch einen Prägefehler sehr wertvoll geworden ist, ist die aus dem Jahr 2006. Durch eine versehentliche Stempeldrehung ist diese Münze, die das Atomium abbildet, zu einer Seltenheit geworden und kann Preise erzielen, die weit über ihrem Nominal liegen.

Fehlprägungen aus der alten D-Mark Zeit – heute noch in Ihrem Sammelsurium?

Eine der seltensten und wertvollsten Pfennig-Fehlprägungen ist eine fehlerhafte 50-Pfennig Prägung der Münzprägestätte Hamburg (J). Im Jahr 1949 gingen bereits 50-Pfennig-Stücke mit der Inschrift „Bundesrepublik Deutschland“ anstatt der noch gültigen Umschrift „Bank deutscher Länder“ in den Umlauf. Heute sind nur 7 existierende Münzen bekannt, der Sammlerwert wird daher im 5-stelligen Bereich geschätzt.

Und genau dieser Fehler unterlief einer anderen Prägestätte ein Jahr später noch einmal genau andersherum. Das 50-Pfenning-Stück 1950, wurde in Karlsruhe (G) versehentlich mit der Umschrift „Bank deutscher Länder“ geprägt und ist somit die letzte und einzige Münze mit dieser Umschrift nach 1949. Denn eigentlich hätte die Umschrift schon „Bundesrepublik Deutschland“ lauten müssen. Diese Rarität kann einen Wert von mehreren 100 Euro erreichen.

 

 

Die wohl berühmtesten und teuersten Fehlprägungen

Eines der vermutlich größten Geheimnisse der amerikanischen Münzgeschichte ist der Liberty Nickel mit dem Datum 1913. Das berühmte Münzbild mit dem Büffel von James Earle Fraser sollte eigentlich auf jeder Dollar Münze aus dem Jahr 1913 erscheinen. Und doch gibt es fünf Nickel von 1913 mit dem alten Münzbild der Liberty.

Von diesen 5 begehrten Stücken sind zwei in Museen zu finden. So stehen dem Sammlermarkt nur noch drei Exemplare zur Verfügung. Dementsprechend begehrt und wertvoll sind diese Münzen. Das am besten erhaltene und somit bisher teuerste Stück wurde 2007 für 5 Millionen US-Dollar verkauft. (Quelle: Münzenwoche.de)

Auch der Silver Dollar von 1804 ist eigentlich eine Fehlprägung, die erst durch ein nachträgliches Versehen der Münzprägestätte entstanden ist und in den Umlauf gelangte. Denn ursprünglich gab es gar keine Silver Dollars mit dem Ausgabejahr 1804! Die U. S. Mint nutzte einfach das alte Prägewerkzeug aus dem Jahr 1803 weiter.

Wenn alte Prägestempel im neuen Jahr noch heile und funktionsfähig waren, war dieses Vorgehen damals auch gar nicht so ungewöhnlich. Spannend wird die Geschichte erst 1834. In diesem Jahr ordnete die U. S. Regierung an, jede derzeit im Umlauf befindende Münze für Geschenke an ausländische Diplomaten nachzuprägen. Wahrscheinlich waren die Umstände von 1804 in Vergessenheit geraten, denn die U.S. Mint prägte mehrere Silver Dollars mit dem Jahr 1804 darauf. Heute sind weltweit nur 8 existierende Stücke des Silver Dollars aus dem Jahr 1804 bekannt. 1999 brachte eine dieser seltenen Münzen die Rekordsumme von mehr als 4 Millionen US-Dollar ein.

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