Münzmetalle – Die inneren Werte

Es gibt Pappmünzen und solche aus Porzellan, aber das sind Exoten. In der Regel sind Münzen aus Metall geprägt.

Als erste Münzmetalle verwendete man im griechischen Kulturkreis Gold und Silber. Und auch heute noch bestehen die meisten Gedenkmünzen aus diesen Edelmetallen. Die Umlaufmünzen sind dagegen aus preiswerten unedlen Metallen hergestellt.

 Münzmetalle

Gold

Gold ist seit der Antike das beliebteste Edelmetall für wertvolle Münzen. Auch heute noch vermag sich kaum jemand der Faszination dieses gelb schimmernden Edelmetalls zu entziehen. Gerade in den letzten Jahren setzte ein wahrer Boom auf Gold ein. Der Wert des Edelmetalls hat sich vervielfacht.

So sind auch Goldmünzen oft schon wegen ihres „inneren Werts“, des reinen Materialwerts, stark im Preis gestiegen. Die deutschen Gold-Euros zum Beispiel liegen heute allesamt weit über ihrem ehemaligen offiziellen Ausgabepreis, denn sie bestehen aus reinstem Gold: 999,9 Tausendstel beträgt ihr Feinheitsgrad, das bedeutet, dass sich in 10 Kilogramm des Münzmetalls gerade mal ein Gramm (!) anderer Bestandteile, wie etwa Kupfer, befinden dürfen.

(Sterling-) Silber

Das am häufigsten geprägte Edelmetall moderner Gedenkmünzen ist Silber. Auch sein Weltmarktpreis ist in den letzten Jahren geradezu explodiert. Die deutschen 10-Euro-Münzen (und alle 10 DM Münzen seit 1998) bestehen aus Sterlingsilber mit einem Edelmetallanteil von 925 Tausendstel.

Mit „Sterling“ wurden ursprünglich mittelalterliche Münzen bezeichnet. Unter dem Namen bekannt sind beispielsweise hochwertige Pfennige, die seit dem Jahr 1180 unter dem englischen König Heinrich II. (1154–1189) geprägt wurden.

Heute ist „Sterling“ nicht nur ein international anerkannter Begriff, sondern auch die gängigste Metalllegierung bei Gedenkmünzen. Übrigens: In England wurde der Ausdruck „Sterling“ sogar Teil der Währungsbezeichnung.

Da im Mittelalter aus einem Pfund (englisch: Pound) Silber 240 Sterlinge geprägt wurden, verbreitete sich zunächst als Zähleinheit der Ausdruck „Pound of Sterlings“. Später bezeichnete „Pound Sterling“ die britische Währungseinheit – was sich bis heute erhalten hat.

Aufgrund ihrer oft niedrigen Nennwerte kann unser normales Kleingeld, die Umlaufmünzen, natürlich nicht aus Gold oder Silber geprägt werden – sonst würden sie sofort von der Bildfläche verschwinden und eingeschmolzen. Deshalb bestehen sie aus preiswerteren unedlen Metallen.

Es sind sogenannte Scheidemünzen zum Ausgleich kleiner Wertdifferenzen zwischen Käufer und Verkäufer. Die an einem Geschäft Beteiligten sollen so friedlich voneinander „scheiden“, was früher bei hochwertigen Münzsorten wie Gulden oder Taler ebenso wenig möglich war, wie heute mit großen Geldscheinen.

Kupfer, Nickel, Aluminum

Kupfer, Nickel und Aluminium in verschiedensten Zusammensetzungen haben sich als Münzmetalle gut bewährt. Um die Fälschungssicherheit zu erhöhen, werden auch verschiedene Legierungen kombiniert, wie etwa beim Magnimat.

Das ist ein Dreischichten-Werkstoff aus dem zum Beispiel viele 2-DM-Stücke und 5-DM-Umlaufmünzen gefertigt wurden. Die Münzen haben einen Nickel-Kern, der von einem Kupfer-Nickel-Mantel umgeben ist. Dank des Reinnickel-Kerns sind diese Münzen magnetisch, was vor allem für die Automaten- Industrie von Bedeutung ist.

Magnimat besteht zu 250 Teilen aus Nickel und zu 750 Teilen aus Kupfer. Auch die gold- und silberfarbigen Kerne unserer 1- und 2-Euro-Münzen sind aus Schichtwerkstoffen hergestellt.

Die 10-, 20- und 50-Cent-Kursmünzen bestehen aus „Nordischem Gold“. Dieser klangvolle Name bezeichnet ein modernes Münzmetall, das vor allem einen Vorteil hat: Es ist frei von Nickel, das bei manchen Menschen Allergien auslösen kann.

Aus diesem Grund wollte man auf das als Münzmetall eigentlich sehr geeignete Nickel bei der neuen Europawährung weitgehend verzichten und ließ die zweistelligen Centmünzen deshalb aus „Nordischem Gold“ prägen. Es besteht zu 89 % aus Kupfer sowie einem Anteil von 5 % Aluminium, 5 % Zink und 1 % Zinn. Diese Metallmischung verleiht der Legierung eine goldgelbe Farbe, was ihr auch zu dem nobel klingenden Namen verholfen hat.

Die kleinsten Cent-Münzen werden gerne als Kupfermünzen bezeichnet. Dass das nicht ganz stimmt, zeigt die Magnetprobe: Aus einem Kleingeldstapel werden sofort die 1-, 2- und 5-Cent-Stücke angezogen. Der Grund: Sie sind aus Eisen und haben lediglich einen dünnen Überzug aus Kupfer, der ihnen die rötlich-braune Farbe verleiht.

Münzmetalle: Abkürzungen

In den Kurzbeschreibungen von Münzen tauchen immer wieder Abkürzungen von Münzmetallen auf, die nicht für jeden Sammler verständlich sind. Hier einige wichtige Kürzel:

  • 925/1000 = Feingehalt - angabe bei Edelmetallen. „925er“ Silber, auch Sterlingsilber genannt, besteht also aus 925 Teilen purem Silber und 75 Teilen Kupfer. „999,9er“ Gold ist praktisch reinstes Gold, das nur zu einem Zehntausendstel seines Gewichts aus anderen Bestandteilen besteht. Die Gold-Mark von 2001 und der deutsche Gold-Euro beispielsweise haben diesen außergewöhnlich hohen Feingehalt.
  • Ag = chemisches Zeichen für Silber (lateinisch: argentum). Häufig verwendetes Edelmetall für Gedenkmünzen.
  • Al = chemisches Zeichen für Aluminium
  • Au = chemisches Zeichen für Gold ( lateinisch: aurum).
  • Cu = chemisches Zeichen für Kupfer (lateinisch: cuprum)
  • Cu-Ni = Abkürzung für Kupfernickel. Eine Legierung (Mischung) aus den Metallen Kupfer und Nickel. Viele silberglänzende Umlaufmünzen (z.B. auch Pfennig- und Mark-Münzen von 50 Pf bis 2 DM) wurden aus dieser Legierung im Mischungsverhältnis 75 : 25 geprägt. Wegen Allergiegefahr wurde bei den Euro- und Centmünzen heute weit gehend auf Nickel verzichtet.
  • Fe = chemisches Zeichen für Eisen ( lateinisch: ferrum).
  • Ni = chemisches Zeichen für Nickel
  • Pd = chemisches Zeichen für Palladium. Gehört zur Gruppe der Platin-Metalle und wird gelegentlich auch für die Prägung sehr wertvoller Münzen verwendet.
  • Pt = chemisches Zeichen für Platin. Silberglänzendes, sehr wertvolles Metall.
  • Sn = chemisches Zeichen für Zinn (lateinisch: stannum). Das Wort kommt noch heute in dem Namen für die hauchdünne „Stanniolfolie“ vor, die ursprünglich aus Zinn bestand.
  • Zn = chemisches Zeichen für Zink