Bank deutscher Länder

Bank deutscher Länder - Der Vorgänger der deutschen Bundesbank

Der Haupstitz der Bdl.

(Gebäude der ehemaligen Reichsbankhauptstelle)

Die Bank deutscher Länder (BdL) wurde am 1. März 1948 von den westalliierten Besatzungsmächten in Frankfurt am Main gegründet. Die Aufgabe der Bank war es, die am 21. Juni 1948 gestartete Währungsreform in den Westzonen Deutschlands umzusetzen und zu überwachen.

Situation in Nachkriegs-Deutschland 

Als die BdL gegründet wurde, waren die Auswirkungen des verlorenen 2. Weltkrieges auf die Finanzsituation noch immer zu spüren: Die Reichsmark hatte ihren Wert nahezu vollständig verloren und Handeln und Tausch-Geschäfte gehörten in ganz Deutschland zur Tagesordnung.

Zusätzlich behinderten die Alliierten ein Wirtschaftswachstum, indem sie die Produktion der Landwirtschaft einschränkten und Fabriken schlossen. So mussten die Menschen mit immer weniger Ressourcen überleben und horteten deshalb oft alles, was sie auftreiben konnten. Die Wirtschaft im Nachkriegs-Deutschland lag am Boden.

Um die teils elenden Zustände auf Deutschlands Straßen zu beenden, entschieden sich die Allliierten dazu, die wertlose Reichsmark abzuschaffen und durch die Deutsche Mark zu ersetzen. Der Weg für eine neue Marktwirtschaft sollte durch eine Währungsreform geebnet werden.

Gründung und Aufgabenfeld

Als Nachfolger der Reichsbank wurde die Bank deutscher Länder schließlich am 1. März 1998 in Frankfurt am Main gegründet und zog in das Gebäude der ehemaligen Reichsbankhauptstelle ein. Sie produzierte und verteilte die notwendigen Banknoten und Münzen für die neue Deutsche Mark und übernahm damit die Aufgaben einer Zentralbank. Dazu gehörte auch die Kontrolle der Preisentwicklung: So griff die Bank deutscher Länder beispielsweise ein, als die Preise im 4. Quartal des Jahres 1948 deutlich anstiegen. Innerhalb von wenigen Monaten konnte die Zentralbank die Preisentwicklung mit einschränkenden Maßnahmen wieder normalisieren.

Um derartige Aufgaben ausführen zu können, erhielt die Bank deutscher Länder ein Grundkapital von 100 Millionen Deutsche Mark und beschäftigte anfangs circa 300 Mitarbeiter. Aus rechtlicher Sicht stand die Bank deutscher Länder über den Zentralbanken der einzelnen Bundesländer und konnte mit ihren Befugnissen auch die Geschäftsbanken kontrollieren.

Aufbau

Die Bank deutscher Länder setzte sich aus dem Direktorium und dem Zentralbankrat zusammen. Das Direktorium hatte dabei die Aufgabe, die Beschlüsse und Aufgaben des Rats durchzuführen. Nach der Gründung der Bank deutscher Länder wurde Karl Bernard am 5. Mai 1949 zum Vorsitzenden des Zentralbankrates gewählt, und Wilhelm Vocke vertrat ab dem 20. Mai 1948 das Direktorium. Der Präsident der Bank deutscher Länder wurde in Folge einer Wahl ernannt, an der die neun Präsidenten der Landeszentralbanken teilnahmen. Diese durften sich selbst allerdings nicht zur Wahl stellen.

Ablösung durch die Deutsche Bundesbank

Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, erlassen am 23. Mai 1949, forderte indirekt eine Umstellung des Bankensystems (Grundgesetz: Art. 88 Satz 1: "Der Bund errichtet eine Währungs- und Notenbank als Bundesbank"). Zusammen mit der Berliner Zentralbank wurde die Bank deutscher Länder mit dem Gesetz über die Deutsche Bundesbank deshalb geschlossen und durch die Deutsche Bundesbank ersetzt. Über 10 Milliarden Deutsche Mark soll die Bank deutscher Länder zu diesem Zeitpunkt besessen haben.

Fehlprägung

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese 50-Pfennig - Fehlprägung gilt als eine der seltensten Münzen Deutschlands! 

In den Jahren 1948, 1949 und 1950 erhielten Mark- und Pfennig-Münzen die Prägung „Bank deutscher Länder“, dann wurde der Schriftzug jedoch in „Bundesrepublik Deutschland“ geändert. Trotzdem tauchten immer wieder neu geprägte Münzen mit dem alten Schriftzug auf: Die Prägestätte Karlsruhe war verantwortlich für diese Fehlprägung, 30.000 Exemplare der besonderen 50-Pfennig-Münze sollen es angeblich in den Umlauf geschafft haben.

Sammler zahlen heute einen guten Preis für diese Rarität. Sie gilt als die seltenste Münze Deutschlands und erzielt somit je nach Zustand hohe Preise von mehreren hundert Euro.