Batzen

Der Batzen - eine erfolgreiche Zwischenwährung

Die Abbildung eines Bären ziert den Batzen

Der Batzen ist eine Silbermünze im Wert von 4 Kreuzern, die 1492 erstmals in Bern (Schweiz) geprägt wurde.

 

Die Münze entstand in Folge eines immer stärkeren Bedürfnisses der Bevölkerung nach einer neuen Handelswährung. Die Einführung des Batzens erwies sich als so erfolgreich, dass sich das Nominal schnell über Schwaben, Bayern, Franken, dem Oberrhein, dem Elsass und die Pfalz bis nach Oberitalien verbreitete. Diesen Erfolg hatte der Batzen seiner Rolle als Zwischenwährung zu verdanken: Bei Transaktionen, die über die Landesgrenzen hinaus gingen, konnten die Handelnden den Batzen in der Regel in eine der zahlreichen Silbermünzen aus Europa tauschen.

 

Während der Einführung des Schweizer Frankens“ wurde der Batzen zunächst in die neue Einheitswährung aufgenommen. Als die ein jähes Ende fand, existierte der Batzen nur noch vereinzelt weiter. Der Batzen wurde in der Schweiz erst 1850 endgültig abgeschafft, als die helvetische Republik beschloss, eine zweite Einheitswährung einzuführen: Den neuen Schweizer Franken.

 

Material

Der Batzen wurde ursprünglich aus Silber geprägt. Im Laufe der Zeit nahm die Qualität der neu ausgegeben Batzen jedoch rapide ab. Die Münzen wurden in anderen Münzfüßen geprägt und der Feingehalt sank zunehmend. In Süddeutschland wurde sie deshalb im Jahre 1559 als Teil der Reichsmünzordnung verboten. Trotzdem prägten einige deutsche Münzstätten weiterhin Münzen unter dem Namen Halb-Batzen. Dabei handelte es sich um minderwertige Kippermünzen (vgl. Kipper- Und Wipperzeit), die als Landmünzen eingeordnet wurden und somit nicht durch die Reichsmünzenordnung bemängelt werden konnten. Solche Kippermünzen waren mit verantwortlich für Inflationen.

Ab dem 17. Jahrhundert erreichte die Wertigkeit der Münze einen neuen Tiefpunkt: Die Prägestätten begannen, den Batzen nur noch in Billon herzustellen, einer Legierung aus Kupfer und Silber, deren Silbergehalt weniger als 500/1000 (50 %) beträgt.

Namensherkunft und Wortgebrauch

Die Herkunft des Namens ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise geht die Bezeichnung auf das Berner Wappentier den Bären (»Bätz«) zurück, welcher das Motiv der Münze ziert. Die Bezeichnung könnte jedoch auch vom italienischen Wort »pezzo« (=Stück) stammen.

Die Verwendung des Begriffs Batzen als Beschreibung für eine große Menge von etwas hat sich in Deutschland vermutlich in Folge eines Volksliedes durchgesetzt. "Ein Heller und ein Batzen, die waren beide mein" wurde von Albert von Schlippenbach um 1820 geschrieben. Tatsächlich ist der Begriff auch in „Hänsel und Gretel“ zu finden. In der Ursprungsfassung des wohl berühmtesten Märchens Deutschlands heißt es: „Und als der volle Mond aufgestiegen war, so nahm Hänsel sein Schwesterchen an der Hand und ging den Kieselsteinen nach, die schimmerten wie neu geschlagene Batzen und zeigten ihnen den Weg.“