Bargeld

Bargeld - Banknoten und Münzen

Bargeld nennt man jegliches Geld in Form von Banknoten und Münzen, das als gesetzliches Zahlungsmittel gilt. Bargeld muss von Jedermann als Begleichung von finanziellen Forderungen akzeptiert werden, der sich im Währungsgebiet befindet (mit Einschränkungen, s. unten unter Rechtliches).

Der Euro wurde ab 1. Januar 2002 offiziell als Bargeld verteilt, nachdem er bereits 3 Jahre lang als Buchgeld-Währung in Umlauf war. Die Verteilung begann allerdings schon am Ende des Vorjahres 2001. Als erstes erhielt der Handel das neue Bargeld. So konnte die Bevölkerung in den ersten Monaten nach wie vor in D-Mark bezahlen und erhielt bei Verkäufen oder ausstehendem Wechselgeld das erste Bargeld der neuen Währung. Anschließend wurden im Dezember 2001 die ersten Starterkits zum Preis von 20 D-Mark herausgegeben, die 20 Münzen im Gesamtwert von 10,23 Euro beinhalteten. 

Ab dem 28. Februar 2002 kann der Umtausch von D-Mark in Euro nur noch in den Filialen der Deutschen Bundesbank durchgeführt werden. Allerdings gibt es vereinzelt Sonderaktionen von Händlern, in dessen Rahmen auch D-Mark als Zahlungsmittel akzeptiert werden.

Rechtliches

Euro-Münzen fallen genau wie Euro-Banknoten unter die rechtlichen Vorgaben als gesetzliches Zahlungsmittel, haben gegenüber den Banknoten jedoch Einschränkungen. Für Banknoten gilt im Euro-Raum Annahmezwang, das heißt, dass Gläubiger von ihren Schuldnern Banknoten in unbegrenzter Stückzahl und Betragshöhe annehmen müssen. Münzen dagegen sind beschränkte Zahlungsmittel: Niemand ist verpflichtet, mehr als 50 Münzen oder Münzen im Wert von über 200 Euro anzunehmen. Deutsche Euro-Gedenkmünzen sind im Inland ebenfalls gesetzliches Zahlungsmittel.

Nur die Zentralbanken des Eurosystems dürfen Euro-Bargeld in Umlauf bringen.

Bargeld: Vor- und Nachteile

Im Gegensatz zu Online Transaktionen können Bargeld-Zahlungen nicht nachverfolgt werden. So werden keine privaten Verbraucherdaten erfasst, beispielsweise über das Kaufverhalten oder sogar Vermögen des Zahlenden. Die mangelnde Kontrolle des Geldflusses hat aber auch Nachteile: Aufgrund der anonymen, verborgenden Zahlungen ist es sehr schwierig, illegale Transaktionen ausfindig zu machen. Schwarzarbeit wäre ohne Bargeld-Zahlung kaum möglich. Außerdem spart die automatisierte Zahlungs-abwicklung über Online-Transaktionen Zeit, da kein materielles Geld gezählt und übergeben werden muss. Allerdings benötigen die dafür notwenigen Computer Strom, während Bargeld auch während eines Stromausfalls eingesetzt werden kann, beispielsweise als Folge einer Umweltkatastrophe.

Eine mögliche Abschaffung des Bargelds wird in vielen Ländern der EU seit Jahren diskutiert. Befürworter wie Gegner eines bargeldlosen Deutschlands stützen sich dabei hauptsächlich auf die oben genannten Vor- und Nachteile von Bargeld. Aufgrund stetig sinkender Zinsen stieg das öffentliche Interesse an dem Thema im Jahre 2015 auch in Deutschland stark an. Zuletzt hatte sich auch die europäische Zentralbank für ein Währungssystem ohne Bargeld ausgesprochen.

Bargeld-Nutzung in Deutschland

Zwischen 2008 und 2011 war ein sehr deutlicher Trend zu erkennen: Immer weniger Menschen griffen zum Bargeld, um ihre Zahlungen zu tätigen, während die Zahl an Kreditkarten-Nutzern und Online-Transaktionen stetig wuchs. Bis zum Jahr 2014 hat sich der Trend jedoch wieder stabilisiert. Die Zahl der Bargeld-Nutzer sinkt zwar weiterhin, insgesamt ändern die Deutschen ihr Zahlungsverhalten aber nur sehr langsam: Bargeld ist im Jahr 2014 nach wie vor das meist genutzte Zahlungsmittel.

Eine offene Studie der deutschen Bundesbank aus dem Jahr 2014 sieht den Grund für diesen zögerlichen Umstieg darin, dass viele Menschen den alternativen Zahlungsmöglichkeit nicht ausreichend vertrauen, um Sie dem Bargeld vorzuziehen. Viele Befragte beklagen auch, gegenüber der klassischen Bargeld-Nutzung keine zusätzlichen Vorteile in moderneren Zahlungsmethoden zu sehen. Unabhängig davon zeigt die Studie aber auch, dass alternative Zahlungsmittel immer mehr Menschen bekannt sind.

Nichtsdestotrotz gehört den kontaktlosen Bezahlverfahren laut der Studie die Zukunft: Die jungen und zukünftigen Generationen seien sehr technikaffin und würden die Vorteile solcher innovativen Zahlungsmethoden schwerer wiegen als die Vorzüge, welche die Bargeldzahlung bietet. Zudem würden immer mehr Menschen über das Internet kaufen und in Folge dessen auch immer häufiger alternative Zahlungsmethoden in Anspruch nehmen.