Numismatik

So ermitteln und bestimmen Sie den Wert Ihrer Münzen

Münzen-Wert ermitteln & bestimmen

Sie haben eine Münzsammlung geerbt oder auf dem Dachboden ein "Schatzkästchen" voller Münzen gefunden und sind Laie auf dem Gebiet der Numismatik. Nun fragen Sie sich, welchen Wert die guten Stücke wohl haben mögen.

Den Wert einer seltenen Münze oder einer ganzen Münzsammlung zu ermitteln, ist oftmals schwieriger als gedacht. Deshalb das Wichtigste vorab: Lassen Sie sich Zeit! Überstürzen Sie nichts!

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Es gilt die altbekannte Weisheit: Der Wert einer Sache ist der Preis, den ein anderer bereit ist dafür zu bezahlen. Bei Münzen gibt es, wie bei Briefmarken, Antiquitäten, Kunstwerken oder anderen Sammelgebieten, durch Angebot und Nachfrage bedingte Preisschwankungen. Eine Münze, die vor fünf Jahren 50 € wert war, könnte heute das Doppelte wert sein. Sehr vielversprechend sind zum Beispiel die deutschen 20- und 25-Euro-Silbermünzen, die ein guter Einstieg in den Aufbau einer Münzsammlung sind. Viele weiteren Informationen rund um das Münzensammeln finden Sie hier.

Die ersten Schritte

Die erste Frage, die geklärt werden sollte und schon einige Anhaltspunkte liefern kann: Von wem stammen die Münzen? Hat ein Globetrotter aus vieler Herren Länder Euromünzen mitgebracht und aufgehoben, wird es sich höchst wahrscheinlich nicht um wertvolle Stücke handeln. Eine umfangreiche Recherche würde sich aller Voraussicht nach kaum lohnen. War der Vorbesitzer hingegen langjähriger Münzsammler oder hat er gezielt Geld in Münzen investiert, dann schauen Sie genauer hin. Auch wenn die Herkunft einer Münzsammlung völlig unbekannt ist, kann sich durchaus das eine oder andere wertvollere Stück darin verbergen.

Wenn Sie nun bereits zu der Erkenntnis gelangt sind, dass die Wahrscheinlichkeit, wertvollere Münzen in Ihrer Sammlung zu entdecken gering ist, heben Sie die Münzen als schöne Erinnerungsstücke auf und belassen es dabei. Andernfalls beginnt jetzt die Recherchearbeit.

Bei der Vielzahl der weltweit über Jahrhunderte und Jahrtausende geprägten Münzen sind naturgemäß nicht alle Stücke wirklich wertvoll. Gold- und Silbermünzen haben aber immer mindestens den Wert des enthaltenen Edelmetalls

 

Verschiedene Möglichkeiten zur Wertermittlung

Das Internet und die einschlägigen Suchmaschinen wie Google bringen erste Hinweise. Geben Sie bei Ihrer Suche alles ein, was auf der zu bewertenden Münze abzulesen ist. Sie erhalten eine Vielzahl von Treffern und finden erste Hinweise. Oft handelt es sich um Verkaufspreise, die bei einem Privatverkauf nicht oder nur zu einem geringen Prozentsatz erzielt werden können.

Auch Onlineauktionshäuser wie eBay liefern gute Rechercheergebnisse. Ebenso sind Münzkataloge und Fachzeitschriften, die teilweise auch online einsehbar sind, hilfreich. Doch der Teufel steckt oft im Detail. Selbst zwei auf den ersten Blick sehr ähnliche oder gar identische Münzen können höchst unterschiedliche Werte haben. Da stellt sich die Frage:

 

Worauf kommt es bei Münzen eigentlich an und was macht ihren Wert aus?

Die Wertbestimmung von Münzen ist sehr komplex und bei jeder Münze können andere Kriterien ausschlaggebend sein. Pauschal gesagt und ohne Anspruch auf Vollständigkeit sind die wichtigsten Eckpunkte Seltenheit (Auflage), Alter, Erhaltungszustand und die aktuelle Sammlernachfrage. 

Seltenheit sollte dahingehend interpretiert werden, wie viele Münzen eines bestimmten Typs heute noch verfügbar sind. So kann beispielsweise eine vor hundert Jahren in hoher Auflage geprägte Münze, deren Bestand durch Kriege oder ähnliche Ereignisse deutlich dezimiert wurde, heute seltener sein als eine moderne Nachkriegsmünze mit geringer Auflage, die fast komplett erhalten geblieben ist. 

Manch alte Münzen sind wertvoll, weil ihre noch verfügbare Stückzahl heute sehr gering ist, aber nicht allein aufgrund ihres Alters. Es kommt immer auf die Kombination mehrerer Faktoren an. Eine alte Münze in überdurchschnittlichem Erhaltungszustand ist logischerweise wertvoller als ein Umlaufexemplar, das über längere Zeit als Zahlungsmittel genutzt wurde. Beschädigte oder stark abgenutzte Münzen sind oft kaum noch verkäuflich, mit Ausnahme der bereits erwähnten Edelmetallmünzen, die stets ihren Materialwert behalten.

Ein weiterer Aspekt ist die Sammlernachfrage. Für deutsche Münzen ist diese recht hoch, bei Münzen aus "exotischen" Ländern kann diese auch deutlich kleiner sein. 

Je besser die Einstufung in jedem Einzelkriterium, desto höher der Wert. So könnte eine seltene und alte Münze aus einem gefragten Sammelgebiet in exzellenter Erhaltung eine starke Nachfrage und damit einen höheren Wert erzielen.

 

Der Gang zum Experten

Die fachlich fundierteste Auskunft über den Wert Ihrer Münzen gibt Ihnen ein vereidigter Sachverständiger, der Wert und Erhaltungszustand der Stücke genau bestimmt. Namen und Adressen solcher Sachverständiger bekommen Sie bei der Industrie- und Handelskammer.

Kompetent sind auch lokale Münzfachhändler. Gehen Sie hier am besten taktisch geschickt vor. Fragen Sie nicht:  "Was sind meine Münzen wert?" Der Händler wird unter Umständen eine Schätzgebühr verlangen. Geschickter wäre es zu erwähnen, dass Sie beabsichtigen die Münzen evtl. zu verkaufen und sich ein Angebot einholen möchten. Der Fachhändler wird Ihnen bei Interesse einen Ankaufspreis nennen. Das verpflichtet Sie zu nichts. Das Geschäft zu verlassen und sich eine zweite Meinung einzuholen kann nicht verkehrt sein.

Bei umfangreichen und hochpreisigen Sammlungen, beispielsweise Goldmünzen, können Sie durchaus den Besuch bei einem renommierten Auktionshaus in Betracht ziehen. Dort gibt es ebenfalls sachkundige Experten, die sich Zeit für Sie und eine ausführliche Beratung nehmen werden.