Asterix und die Werte der Republik

Galliens Helden auf Silber-Euros

Die Monnaie de Paris gab im Jahr 2016 unter dem Titel „Asterix und die Werte der Republik“ eine Gedenkmünzenserie heraus, die verschiedene Motive des Kult-Comics zu den Themen Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sowie Frieden abbilden.

Er ist der Titelheld einer der bekanntesten Comic-Serien der Welt und der mit Abstand erfolgreichsten aus Frankreich: Asterix, der Gallier. Er behauptete sich nicht nur gegen die übermächtigen Römer im ersten vorchristlichen Jahrhundert, sondern eroberte auch die Herzen der Menschen in aller Welt.

Im Jahr 1959 von dem Autor René Goscinny und dem Zeichner Albert Uderzo für die Jugendzeitschrift Pilote erfunden, entwickelte sich die gelungene Mischung aus grobem Klamauk und subtilem Humor zum Comic mit Kultstatus, der auch nach über 50 Jahren nichts von seiner Attraktivität verloren hat.

Vor allem in Frankreich und Deutschland eilten die mittlerweile 35 Alben von Auflagenrekord zu Auflagenrekord: Weit über 350 Millionen Asterix-Bände wurden in 107 Sprachen gedruckt und mehrere von ihren auch verfilmt. Sogar Mundart-Versionen in Schwäbisch, Plattdeutsch, Kölsch oder Schweizerdeutsch gibt es.

24 Silbermünzen zu 10 Euro

Die Geschichten beginnen und enden alle in einem kleinen Dorf in Aremorica, der heutigen Bretagne, in Frankreich. Es ist der letzte Ort in Gallien, der noch nicht durch die Römer unter Julius Caesar besetzt ist, weil sich dessen Bewohner tapfer verteidigen. Dass sie sich gegen die Übermacht der römischen Armee behaupten können, liegt in erster Linie am Zaubertrank des Druiden Miraculix, der den Galliern übermenschliche Kräfte verleiht.

Die Titelfigur Asterix hat äußerlich wenig heldenhaftes: Er ist klein und schmächtig, aber pfiffig – und er hat einen großen und starken Freund, der ihn bei allen Abenteuern begleitet, Obelix. Dieser dicke, etwas einfältige Gefährte ist als Kind einmal in den Zaubertrank gefallen und seither körperlich unbesiegbar. Begleitet werden die beiden meistens von Obelix‘ kleinem Hund Idefix.

So populär sind die Helden der Serie, dass die staatliche Münzstätte Frankreichs, die Monnaie de Paris, nach 2007 und 2013 nun schon zum dritten Mal offizielle Münzen mit Asterix-Motiven herausgibt. 2015 steht das Ausgabeprogramm unter dem Motto „Asterix und die Werte der Republik“ (französischer Originaltitel: Astérix et les valeurs de la République). Es besteht aus insgesamt 24 10-Euro-Silbermünzen (333/1000) mit 31 Millimeter Durchmesser, die in zwei Serien im ersten bzw. zweiten Halbjahr 2015 erscheinen.

Je acht von ihnen gelten den Themen Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit (Liberté, Égalité, Fraternité). Zusätzlich gibt es zwei 50-Euro-Gedenkmünzen aus hochwertigem 900er Silber mit 41 Millimeter, die einem weiteren „Wert der Republik“ gewidmet sind, dem Frieden (PAIX). In einer der geprägten Szenen (aus „Der Sohn des Asterix“) prosten sich darauf Cäsar, Kleopatra und die Gallier zu und feiern gemeinsam den Triumpf über Brutus und ihre Versöhnung mit einem großen Festmahl, bei dem ein ganzes Wildschwein für Obelix natürlich nicht fehlen darf. Das andere „Frieden“- Motiv zeigt das Hündchen Idefix mit einem Olivenzweig im Maul.

Liberté, Égalité, Fraternité

Für die Münzen, die nur im kompletten Set zu haben sind, gibt es einen liebevoll gestalteten Klappfolder, der die Münzen in entsprechenden Kunststoffhalterungen aufnimmt. Die Vorlagen für die Münzen sind signierte Original-Comics von Albert Uderzo, der erst jetzt, im Alter von 87 Jahren, den zeichnerischen Part in jüngere Hände abgegeben hat. Wahrscheinlich bestand die Schwierigkeit bei der Motivauswahl eher in der Fülle geeigneter Zeichnungen, denn zu jedem der drei Themen ließen sich sicherlich viele Dutzend Bilder finden.

Eines aber durfte beim Begriff „Liberté“ sicher nicht fehlen: Asterix als „Freiheitsstatue“ aus dem Band „Die große Überfahrt“ (1975). Mit einer Pergamentrolle in der Linken, den rechten Arm mit einer Fackel in der Hand emporgereckt, steht der kleine Gallier auf einem Steinhaufen bei den Indianern und erwartet die Ankunft der Wikinger in Amerika.

„Freiheit“ wird auf den Münzen auch mit anderen lustigen Szenen symbolisiert. So mit Gutemine, der Frau des Häuptlings, die Majestix entgegenbrüllt: „Je ne suis pas ton esclave!!“ (Ich bin nicht dein Sklave!!). Oder mit Obelix, der mit seinem dicken Bauch ein Gefängnisgitter bersten lässt. Auf einem anderen Bild zerreißt die Ketten mit denen der Barde Troubadix gefesselt ist, während Asterix, der offenbar gerade vom Zaubertrank genommen hat, sich selbst befreit und seine Fesseln sprengt.

„Égalité“ wird auf den Münzen mit Szenen wie diesen versinnbildlicht: Troubadix, der für seine ausdauernden Gesänge oft gescholten wird, fordert in einer Szene Gleicheit für alle, indem er die Hand auf eine Sanduhr legt und Majestix und den Kneipenwirt Orthopädix auffordert: „Je vous demanderai donc de ne pas dépasser votre temps de parole“ (Ich möchte Sie bitten, Ihre Redezeit nicht zu überschreiten).

Die „Gleichheit“ in der Ehe persifliert eine in Silber geprägte Zeichnung, die den Greis Methusalix zeigt, der gerade den Abwasch macht und dabei zu seiner damenhaften und großgewachsenen Frau emporblickt, die mit ihrem Handtäschchen dasteht und keinen Finger rührt. Gleichheit symbolisiert auch die Szene, in der Häuptlingsfrau Gutemine dem Druiden bei der Zubereitung des Zaubertranks zuschaut und fragt: „Les femmes aussi?“ (Auch die Frauen?) und Miraculix antwortet: „Les femmes surtout!“ (Vor allem die Frauen!).

Die Werte der Republik

Zum dritten republikanischen Wert „Fraternité“ (Brüderlichkeit) gibt es in den Asterix-Comics natürlich ebenfalls viele passende Bilder. Ausgewählt für die Münzprägung wurden unter anderem Szenen, in denen die Gallier nach gewonnenen Schlachten gegen die Römer feuchtfröhlich feiern. Oder wie Asterix seinem neugewonnenen Freund Teefax in Britannien die Hand schüttelt. Auch der verliebte Obelix ist zu sehen, der mit seiner Angebeteten Falbala Flamenco tanzt.

Bezaubernd ist eine Szene, in der sich die dänische Dogge Møpsen mit Idefix „verbrüdert“ und, erkennbar an den dänischen Sonderzeichen, dabei die Sprache des jeweils anderen spricht: „OUAH, OUAH, OUAH!“ – „ØUÅH, ØUÅH, ØUÅH!“.

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