Dukat

Der Dukat - die langlebigste Goldmünze Europas

Der Dukat ist eine der langlebigsten, verbreitetsten und wertbeständigsten Goldmünzen Europas. Das Nominal geht auf die ab 1284 in Venedig geprägten Goldmünzen zurück, die auch als Zechinen (Plural von Zecchino ) bezeichnet werden.

Der Doge Giovanni Dandolo (1280-1289) ließ den ersten Dukaten mit einem Gewicht von 3,537g schlagen. Die Schlussworte in der Umschrift »SIT TIBI CHRIS-TE DATUS QUEM TU REGIS ISTE DUCATUS« (= dieses Herzogtum, das Du regierst, sei Dir, Christus, geweiht) gaben dem Dukaten vermutlich seinen Namen. Das Wort "ducatus" bedeutet also Herzogtum.

Dukat Vorderseite Dukat Rückseite
Original Golddukat vom Typ Zecchine aus Venedig

Eigenschaften und Aussehen

Der Dukat besteht zu großen Anteilen aus Gold, dem ein sehr geringer Kupferanteil zugeführt wurde und wiegt rund 3,49 Gramm. Zudem zeichnet er sich durch seine Verschleißresistenz aus.

Demnach besteht keine Notwendigkeit der Hinzufügung von Legierungsmetallen um Kratzer entgegenzuwirken.

Als bevorzugtes Zahlungsmittel in Gold wurde ihm anfangs keine Währungseinheit zugeordnet, da er nach seinem Gewicht beurteilt wurde. Eine Wertbezeichnung wurde dem Dukaten im 18. Jahrhundert zugeordnet.

Auf der Vorderseite des Dukaten ist der Doge, ein gewähltes Oberhaupt in italienischen Republiken, zu sehen, der vom Heiligen Markus mit dem Regierungssymbol der Gonfalone (Stab mit Kreuz) belehnt. Die Umschrift »SIT TIBI CHRIS-TE DATUS QUEM TU REGIS ISTE DUCATUS« beschreibt noch einmal die Handlung auf dem Motiv. 

Auf der Rückseite des goldenen Währungsmetalles ist Jesus Christus dargestellt. Er trägt einen Heiligenschein (Nimbus) und wird von einem zweiten, jedoch mandelförmigen Heiligenschein (Mandorla) mit neun Sternen umgeben.

Die Einführung des Dukaten

Nach der Einführung von ungarischem Gold durch venezianische Kaufleute wurde am 31. Oktober 1284 die erstmalige Prägung von Golddukaten beschlossen unter Verwendung des ungarischen Goldes und Ablösung des afrikanischen Edelmetalles. Jedoch sollten zuerst geringe Mengen produziert werden bei zeitgleicher Aufrechterhaltung der Silberwährung.

Venedig betrieb Fernhandel mit Silbergrosso und Golddukaten. Hierbei entsprach ein Dukat 39 solidi ad grosso. Der vorhandene Goldüberschuss befähigte Venedig zum Wechsel des Exports von Währungsmetallen. War Venedig zuvor führender Silberexporteur, so entwickelte sich die Handelsmetropole zum dominierenden Goldexporteur.

Einfluss und Entwicklung des goldenen Währungsmetalles

Der Dukat bildete sich zu einer Handelsmünze heraus sowie zur wichtigsten Voraussetzung für die wirtschaftlichen Transaktionen mit Syrien und Ägypten. Durch die dynamischen Handelsbeziehungen Venedigs verbreitete sich das goldene Währungsmetall in viele Länder.

Darüber hinaus erlangte das Edelmetall den Status als gesetzliches Zahlungsmittel und war somit als Währungsmetall gleichbedeutend mit Geld. Zudem kristallisierte sich der Dukat als Richtlinie des wirtschaftlichen Handels heraus. 

Der Weg des Dukaten von Venedig in die Welt

Ab dem 14. Jahrhundert verbreiteten sich die Dukaten aufgrund der intensiven Handelsbeziehungen Venedigs über den gesamten europäischen Kontinent und wurden bald in verschiedenen Ländern nachgeprägt. In den habsburgischen Ländern wurde der Dukat seit 1527 als einzige Goldmünze ausgebracht. 

1559 führte das Heilige Römische Reich den Dukaten als Hauptgoldmünze (Reichs-Dukat) ein. Somit wurde der Goldgulden als Reichsmünze durch den Dukaten abgelöst. Seine Goldfeinheit von 3,49 g (986/1000) (bei einem Raugewicht von 3,49 g) zum generellen Maß von Dukaten-Gold.

Auch nach Auflösung des Heiligen Römischen Reiches im Jahre 1806 behielten die deutschen Staaten den Dukaten bei. Erst 1857 fand hob der Deutscher Zollverein diesen Standard wieder auf. Die letzte Prägung erfolgte 1872 in Hamburg. Erst mit dem Reichsgesetz vom 6. Dezember 1873 wurde das Nominal außer Kurs gesetzt. 

In anderen europäischen Staaten, wie z.B. in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens und der Tschechoslowakei, endete die Dukatenproduktion teils erst im 21. Jahrhundert. In Österreich werden Dukaten heute noch zu Gedenkzwecken nachgeprägt. Ein Beispiel ist offizielle Nachprägung der Dukaten von 1872–1914 mit dem belorbeerten Kopfbild von Kaiser Franz Joseph I. Diese Nachprägungen tragen die Jahreszahl 1915.