Deutscher Zollverein

Der Deutsche Zollverein - Wegbereiter für die deutsche Währung

Der Deutsche Zollverein ist ein1834 in Kraft getretener Zusammenschluss deutscher Bundesstaaten, der sich zum Ziel setzte, einen wirtschaftlichen Binnenmarkt zu schaffen und die ökonomischen Rahmenbedingungen der deutschen Zoll- und Handelspolitik zu verbessern. Neben Preußen umfasste der Zollverein das Großherzogtum Hessen, Kurhessen, Bayern, Württemberg, Sachsen und Thüringen (ab 1836 auch Baden, Nassau und Frankfurt, ab 1842 auch Luxemburg, Braunschweig, Lippe, ab 1854 auch Hannover und Oldenburg). Politisch stärkte der Deutsche Zollverein die Vormachtstellung Preußens und förderte die Entstehung der kleindeutschen Lösung. Nach der Gründung des Deutschen Reiches im Jahre 1871 gingen die Aufgaben des Vereins auf das Reich über. 

Gedenkmünze Gründung Zollverein
Gedenkmünze Gründung Zollverein

Bedeutung des deutschen Zollvereins für Währungen und Münzobjekte

Durch die Münzkonventionen des deutschen Zollvereins wurde eine Entwicklungsgrundlage für die deutsche Währung geschaffen. Dadurch wurde nicht nur der Anteil verschiedener Metalle in einer Münze festgelegt, sondern auch Geldreformen konnten realisiert werden. Als Beispiel kann hierfür die Entwicklung des preußischen Talers bis hin zur Deutschen Mark als Währung des deutschen Reiches angeführt werden.

Basierend auf dem Münzregalrecht ist die Ausgabe von Münzen im Euroraum den nationalen Aufgaben zuzuordnen und muss demnach von den jeweiligen Staaten wahrgenommen werden.

Das benannte Recht kann auf eine Zeit zurückgeführt werden, in der es nur Münzen und kein Geld in Papierform gab. Aus diesem Grund sind Sammelmünzen nicht nur begehrte Sammelobjekte, sondern auch ein Abbild der deutschen Geschichte.

Entstehung des deutschen Zollvereins

Die Basis für den deutschen Zollverein bildeten die durch den Zollvereinigungsvertrag vom 22. März 1833 niedergeschriebenen Bestimmungen. Diese besagten, dass die Zollvereine von Preußen, Hessen und Baden-Württemberg durch ein gemeinsames Zollsystem zusammengefasst werden sollten. Dies betraf auch alle Zollvereine der verschiedenen deutschen Einzelstaaten, die sich den genannten Reichen angeschlossen hatten oder in einem Handelsvertrag mit ihnen standen. Dementsprechend fand automatisch eine Exklusion der Einzelstaaten statt, die weder in einem wirtschaftlichen Verhältnis mit Preußen, Bayern, Hessen oder Baden-Württemberg standen, noch den dazugehörigen Zollvereinen angehörten. Des Weiteren wurden Eingangs-, Ausgangs- und Durchgangsabgaben durch den Zollvereinigungsvertrag geregelt. Außerdem wurden Gesetze, wie das Zollgesetz, der Zolltarif und die Zollordnung zwischen den einzelnen Vertragspartnern vereinbart. Für alle Vertragspartner sollte eine Verkehrs- und Handelsfreiheit bei gleichzeitiger Teilung der Einnahmen bestehen. Daraufhin wurde am 1. Januar 1834 der deutsche Zollverein gegründet.

Aufgaben des Zollvereins

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts existierten 123 unterschiedliche Währungen innerhalb des Deutschen Bundes mit mehr als 1000 verschiedenen Münzen. Zudem gab es im Deutschen Bund eine Vielzahl an Münzprägestätten und jeder Fürst beanspruchte eine eigene Münze für seinen Regierungsbereich. Dieser Zustand galt als Handelshemmnis zwischen den Einzelstaaten des Deutschen Bundes.

Aufgrund dessen stellte die Beseitigung der Handelshemmnisse den primären Zuständigkeitsbereich des deutschen Zollvereins dar. Darunter können auch Bereiche wie die Einführung bzw. schrittweise Regulation einheitlicher Gewichte und Währungen sowie die Vereinfachung von wirtschaftlichen Geschäftsvorgängen eingeordnet werden. Ein weiterer Aspekt, der in den Aufgabenbereich des deutschen Zollvereins fiel, bezieht sich auf den Binnenmarkt: Durch gemeinsame Zollgrenzen wurde der Wegfall von Binnenzöllen ermöglicht. Zudem konnte ein zollfreier Warenverkehr zwischen den Staaten realisiert und eine gemeinsame Schmuggelabwehr eingeführt werden. Das Zollrecht orientierte sich an dem preußischen Vorbild.

Der Zoll heute

Die Zollverwaltung untersteht dem Bundesministerium der Finanzen und gliedert sich in die Bereiche des Hauptzollamtes, des Zollamtes und der Zollfahndungsämter. Die zentrale Organisationsaufgabe und die Rechts- und Fachaufsicht obliegt der Generalzolldirektion.