Kronentaler

Kronentaler

Der Kronentaler ist eine Talermünze, die im Zuge der Neuordnung des Münzwesens 1755 in den österreichischhabsburgischen Niederlanden eingeführt wurde. Der Name geht auf das Bild der Münzrückseite zurück, das drei bzw. vier Kronen in den Ecken des burgundischen Andreaskreuzes zeigt.

Kronentaler, altd. Kronenthaler oder auch „Krontaler“ wurden seit der Neuordnung des Münzwesens 1755 in den österreich-habsburgischen Niederlanden (heute Belgien und Luxemburg) geprägt. Ein Krontaler wog 29,44 g mit einem Silberanteil von 25,7 g.

Die Krontaler sind die Nachfolger des Albertustalers. Die Vorderseite der ersten Krontaler zeigte zunächst den Doppeladler. Danach wechselte das Motiv zu den Köpfen der jeweiligen Herrscher. Ende des 18. Jahrhunderts begann man die Kronentaler auch in Österreich, Ungarn und Oberitalien zu prägen.

Anfang des 19. Jahrhunderts verdrängte das Nominal in Süddeutschland den Laubtaler und den Konventionstaler und Bayern, Baden, Hessen, Darmstadt, Nassau, Sachsen- Coburg-Gotha, Waldeck und Württemberg begannen eigene Kronentaler im 24 ½ Guldenfuß auszugeben. Sie blieben bis 1830 die einzigen Taler-Münzen in Süddeutschland und wurden erst 1874 außer Kurs gesetzt.

Variationen des Kronentalers

Das Motiv auf der Rückseite, dem der Kronentaler seinen Namen verdankt, variierte je nach prägendem Herrscher.

  • Unter Maria Theresia (1740-1780) zeigten sich 4 Kronen
  • Unter Franz I. (1745-1765), Josep II. (1780-1790), Leopold II. (1790-1792) und Franz II. (1792-1797) wurden nur 3 Kronen und das Kleinod des Ordens vom Goldenen Vlies dargestellt
  • Bayrische Kronentaler zeigten verschiedene Motive

Die Geschichte des Kronentalers

Die Kronentaler stammen ursprünglich aus dem 24,5-Gulden-Fuß. Aus der Kölner Mark wiederrum, wurden 24 ½ Gulden Feinsilber geprägt. Mit seinen 29,44 g hatte er einen Silberanteil von 873/1000, was wiederrum 25,7 g Feinsilber waren. Der Kronentaler entspricht dagegen nur 2 Gulden und 42 Kreuzer, was im Jahr 1793 beschlossen wurde.

Die ersten Kronentaler wurden in Brüssel geprägt. Zur Kriegszeit gegen Frankreich Ende des 18. Jahrhunderts wurden in allen Prägestätten Österreichs, das waren unter anderem Wien (Österreich), Kremnitz (Ungarn), Mailand (Oberitalien), Prag (Tschechien) und Günzburg (Deutschland), die Taler geprägt und als Zahlungsmittel für die Kriegskosten verwendet. Österreich stellte die Prägung der Kronentaler um 1800 ein.

Deutsche Kronentaler

In Süddeutschland erfreute sich der Kronentaler jedoch großer Beliebtheit und verdrängten den Laubtaler und den Konventionstaler. 1809 begann Bayern die „heimatlosen“ Kronentaler mit verschiedenen Münzbildern selbst zu prägen. Im späteren Verlauf wurden auch in Baden, Württemberg und Hessen-Darmstadt eigene Kronentaler geprägt.

Dadurch, dass der Kurs zu dem Zeitpunkt überbewertet war, konnten sich die Münzherren Feinsilber sparen, jedoch führte dies dazu, dass es zu einer schleichenden Geldentwertung kam. Die Verträge des deutschen Zollvereins und explizit der Münzvertrag von 1837 schafften den Kronentaler gänzlich ab.

Bayrischer Kronentaler unter König Maximilian I. Joseph

Kronentaler Vorder- und Rückseite
Kronentaler aus dem Jahr 1838

Die bayrischen Kronentaler wurden zu Ehren des ersten bayerischen Königs Maximilian I. Joseph von 1809 bis zu seinem Tod 1825 geprägt.

Die Motivseite zeigt eine Königskrone, die über gekreuztem Zepter und Schwert dargestellt wird.

Am äußeren Rand lässt sich das lateinische Motto „PRO DEO ET POPULO“ erkennen, was ins Deutsche übersetzt „Für Gott und Volk“ bedeutet.

Die Vorderseite der Münze zeigt den Kopf von Maximilian I. Joseph um den der Schriftzug „MAXIMILIANUS IOSEPHUS BAVARIAE REX“ zu Deutsch: „Maximilian Joseph bayerischer König“ abgebildet ist.