Kipper- und Wipperzeiten

Kipper- und Wipperzeiten

Zeiten der massiven Geldverschlechterung in Deutschland , insbesondere zwischen 1620 und 1622 (große Kipperzeit) sowie zwischen 1670 bis 1680 (kleine oder zweite Kipperzeit). Die Ursachen für die Münzentwertung lagen insbesondere in der nachlassenden Silberproduktion, da der Preis für Silber höher lag als der Wert der Münzen, der aus ihm geprägt werden konnte. Besonders die Prägung von Kleinmünzen erwies sich als zunehmend unrentabel. Da es schnell allerorts an Scheidemünzen fehlte begannen viele Heckenmünzen geringhaltige Münzen auszugeben. 

Die noch im Umlauf befindlichen guthaltigen Münzen wurden aus dem Verkehr gezogen, eingeschmolzen und legiert mit sehr viel Kupfer wieder gewinnbringend auf den Markt gebracht. Aus diesem Prozedere ist auch der Name »Kipper- und Wipperzeit« abzuleiten, da man mittels einer Waage (»Wippe«) die schweren und guthaltigen Münzen aus dem Umlauf nahm d.h. »kippte«, sie einschmolz und immer schlechteres Geld daraus prägte. Auf dem Höhepunkt der Kipper- und Wipperzeit ging man zur Prägung reiner Kupfermünzen über. Berüchtigt waren vor allem die eigentlich verbotenen Dreibatzen- oder Zwölfkreuzer-Stücke, die sogenannten Schreckenberger.