Sonderedition mit historischen US-Silbermünzen

 „Walking Liberty“ – Was vor 100 Jahren geschah

Für viele ist der von Adolph Weinman (siehe sein Initial "W" am rechten unteren Rand der Adlerseite) entworfene "Walking Liberty Half Dollar" die schönste je produzierte Kursmünze der United States Mint, wie die staatliche Münzstätte der Vereinigten Staaten von Amerika selbst auf ihrer Internetseite verkündet.

Doch wie kam es eigentlich im Jahr 1916 zur Wahl dieses Entwurfs für die neuen Halbdollars der USA? Der damals frisch ins Amt gewählte Münzdirektor Robert Wooley ordnete an, die Kleinmünzen zu 10, 25 und 50 Cents – im Fachjargon als "Dime", "Quarter" und "Half Dollar" bezeichnet, mit neuen verschiedenartigen Designs zu versehen.

Die bisherigen altmodischen, wenig attraktiven und sehr ähnlichen Entwürfe (mit einem klassischen Kopfprofil der Freiheitsgöttin) vom hauseigenen Münzgraveur Charles Edward Barber waren in der Öffentlichkeit ohnehin mittlerweile unbeliebt und hatten nun nach 25 Prägejahren offiziell ihr zeitliches Minimum erfüllt.

USA walking liberty design Wechsel

Nach 25 Prägejahren Design-Wechsel möglich

Nachdem die Kursmünzen zu 1 und 5 Cents aus Bronze bzw. Kupfernickel bereits 1909/1913 neu eingekleidet worden waren, ebenso zuvor 1907/1908 die Goldmünzen von 2,5 bis 20 Dollars, sollten nun auch die Umlaufstücke von 10 bis 50 Cents an die Reihe kommen. Die hierzu staatlich beauftragte Kommission der Schönen Künste wählte drei renommierte Bildhauer aus, Adolph Weinman, Hermon McNeil und Albin Polasek, die mehrere unterschiedliche Entwürfe zur Auswahl einreichen sollten, was Mitte Februar 1916 auch geschah.

Daraus wurden zwei Entwürfe von Weinman für den Halbdollar wie auch für das neue 10-Cent-Stück ausgewählt, das aufgrund seines an den Götterboten Merkur erinnernden Motivs (Liberty-Kopf mit geflügelter Mütze) als "Mercury Dime" bekannt ist, sowie ein Modell von McNeil für den neuen Vierteldollar mit einer frontal auf den Betrachter zugehenden Liberty-Ganzkörperfigur.

Jedoch wurde Weinmans neuer Halbdollar-Entwurf bis zum Prägestart Ende 1916 noch mehrmals leicht überarbeitet. Interessant ist bei Weinmans seitlich schreitender Freiheitsallegorieeine entfernte Ähnlichkeit mit der von Oscar Roty 1898 für französische Münzen entworfenen Säerin-Figur. Allerdings schuf Weinman anstelle einer ländlich-bäuerlichen Frauengestalt eine anmutige "Amerikanische Ikone", wie es aus dortigen Numismatiker-Kreisen stolz verlautet.

Ebenso wahrscheinlich – wenn überhaupt – ist auch eine Inspiration Weinmans durch seinen künstlerischen Mentor und Freund Augustus Saint-Gaudens, bei dem Weinman auch die bildhauerische Meisterklasse durchlaufen hatte. Von Saint-Gaudens stammt nämlich der bereits 1907 entworfene, ebenfalls berühmte "Double Eagle" (20 Dollars Gold), auf dem erstmals in der USamerikanischen Münzgeschichte eine Liberty-Figur in Ganzkörperdarstellung vor aufgehender Sonne zu sehen ist. Wenngleich sie, ähnlich wie später auf McNeils "Mercury Dime" von 1916, frontal auf den Betrachter zugeht.

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