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2016: Neustart ins Silber-Zeitalter

Die 20-Euro Silbergedenkmünzen

Mit „Rotkäppchen“ begann Anfang Februar 2016 eine neue Ära in der deutschen Münzgeschichte: Die bisherigen 10-Euro-Stücke werden wieder in Sterlingsilber geprägt. Im Gegenzug wird der Nennwert auf 20 Euro erhöht.

Nach einer Pause von fünf Jahren prägt Deutschland ab 2016 seine Gedenkmünzen wieder in Sterlingsilber! Weil der Preis des enthaltenen Edelmetalls auf dem Höhepunkt des jüngsten Silberbooms den aufgeprägten Nennwert überstieg, wurde das Prägemetall für die Normalausgaben der 10-Euro-Gedenkmünzen 2011 auf Kupfer-Nickel umgestellt.

Es drohte ein Minusgeschäft für den Bund zu Lasten der Steuerzahler. Damit bestand dringender Handlungsbedarf. Man hätte den Nennwert erhöhen, die Legierung verschlechtern, das Gewicht verringern können – oder aber auf preiswerte unedle Metalle umsteigen. Genau das wurde getan.

Sammler gegen Kupfer-Nickel

Die Abkehr vom Silber war allerdings von Anfang an eine Entscheidung gegen den erklärten Willen der Münzensammler. In einer Umfrage des Deutschen Münzen Magazins vom Frühjahr 2011, an der sich rund 5.000 Leserinnen und Leser beteiligten, votierten über 80 Prozent (!) für eine Beibehaltungdes Silbers bei gleichzeitiger Erhöhung des Nennwerts auf 20 Euro. Klarer und deutlicher kann eine Stimmungslage wohl kaum artikuliert werden.

Ziel: „Nachhaltige Belebung des Sammlermarktes“

Nach einer Halbierung der Auflagen als Folge des nachlassenden Sammlerinteresses, revidierte das Bundesfinanzministerium seine Entscheidung und prägt die zum Nennwert in Umlauf gegebene Stempelglanz-Version der bisherigen 10-Euro-Gedenkmünzen wieder in Silber.

Die Anpassung erfolge „vor dem Hintergrund der seit 2011 eingetretenen Absatzentwicklung“ räumt das Ministerium in einer offiziellen Mitteilung ein und betont, die Maßnahme solle „zu einer nachhaltigen Stärkung und Belebung des Sammlermarktes führen“. Außerdem trage sie „dem Wunsch vieler Sammler nach ‚wertigeren’ Münzen Rechnung."

Das Ganze ist gekoppelt an eine Verdoppelung des aufgeprägten Nennwerts. Damit hat der Bund als Herausgeber der Münzen einen Sicherheitspuffer, falls sich der Edelmetallpreis wieder einmal besonders stürmisch nach oben entwickeln sollte. Für die Sammler stellt das erhöhte Nominal allerdings keinerlei Risiko dar, da der Staat dafür unbegrenzt garantiert. Wer also ohnehin Geld zurücklegt und dabei am liebsten auf (mittlerweile praktisch zinsfreie) deutsche Staatsanleihen setzt, der kann es ebenso gut in Form von 20-Euro-Silbermünzen tun.

Gewissermaßen als Sahnehäubchen erwirbt er zugleich eine schöne Münzensammlung und profitiert im besten Fall sogar noch von künftigen Wertsteigerungen des enthaltenen Edelmetalls oder vom Liebhaberwert seltenerer Stücke, wenn die Nachfrage steigt.


Rotkäppchen: Künstlerin: Elena Gerber
Sachs: Künstler: Georg Mann
Litfass: Künstlerin: Susanne Jünger
Deutschlandlied: Künstler: Claudius Riedmiller
Dix: Künstler: Friedrich Brenner

Silber ist ein klassisches Münzmetall – seit der Antike


Deutsche Gedenkmünzen besitzen ab sofort also wieder jenen unvergänglichen inneren Wert, den die Sammler so schätzen. Denn Silber ist ein klassisches Münzmetall, aus dem schon in der Antike wertvolle Geldstücke geschlagen wurden.


Gerade in geldpolitisch unsicheren Zeiten hat echtes Silber oder Gold einen hohen Rang, seine Bedeutung als Wertaufbewahrungsmittel befindet sich seit Jahren im Aufwärtstrend.

Über acht Jahre dauerte die Phase damals, bis 1987 endlich wieder die erste Silber-Gedenkmünze der Bundesrepublik Deutschland erschien. Wie heute wurde zur Wiedereinführung des Edelmetalls der Nennwert verdoppelt: Die Sonderprägung zu Berlins 750. Stadtgeburtstag markierte den Auftakt zur Ära der 10-DM-Gedenkmünzen, die bis zur Einführung des Euro im Jahr 2002 währte. Ab 2016 sind also auch die deutschen 10-Euro-Gedenkmünzen Vergangenheit.

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Am 4. Februar 2016 begann das neue Zeitalter

               Künstlerin: Elena Gerber

Am Donnerstag, dem 4. Februar 2016 wurde ein neues Kapitel in der deutschen Münzgeschichte aufgeschlagen. An diesem Tag feierte mit „Rotkäppchen“ die erste 20- Euro-Silbermünze Deutschlands ihre Premiere. Unmittelbar vor Beginn der weltgrößten Münzenmesse, der World Money Fair in Berlin, gab die Bundesbank die fünfte Ausgabe der Serie „Grimms Märchen“ in Umlauf. Die Fortsetzung des Programms, dessen erste vier Folgen noch mit altem Nominal erschienen sind, dokumentiert nachdrücklich den nahtlosen Übergang zum neuen 20- Euro-Sammelgebiet.

Sogar der Gestaltungswettbewerb für „Rotkäppchen“ wurde noch für eine 10- Euro-Gedenkmünze ausgeschrieben. Szene des Märchens: Rotkäppchen trifft im Wald auf den Wolf. Durch seine „gelungene Konzentration auf diese erste Begegnung“ überzeugte der Entwurf das Preisgericht, das in seiner Beurteilung weiter ausführte: „Die dargestellten Figuren deuten die Unschuld des jungen Mädchens und das Bedrohlich-Verführerische des Wolfes an.

Die geschwungene Linie am unteren Bildrand mit den beiden kleinen Häuschen symbolisiert den Weg, den Rotkäppchen zum Haus der Großmutter zurücklegte und der eng mit der Randschrift korrespondiert, die eine Warnung der Mutter zitiert: „...UND LAUF NICHT VOM WEG AB“.

Das Künstlerzeichen „EG“ findet sich etwas versteckt ganz oben im Geäst der Bäume.

Erste deutsche Silbermünze mit 20-Euro-Nominal

Der Wertseite kommt diesmal natürlich besondere Bedeutung zu. Sie zeigt erstmals auf einer deutschen Silbermünze die Wertstufe „20 EURO“ und – anders als bei den Sterlingsilber-Zehnern bis Ende 2010 – jetzt auch den Schriftzug „SILBER 925“.

Diese Punzierung, allerdings noch mit der 625er Legierung, wurde 2011 auf den Spiegelglanzmünzen zur Unterscheidung gegenüber den Kupfer-Nickel-Prägungen eingeführt. Die Feingehaltsangabe soll künftig aber auf allen Silber-Zwanzigern stehen.

 

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Künstlerin: Elena Gerber

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Sogar der Gestaltungswettbewerb für „Rotkäppchen“ wurde noch für eine 10- Euro-Gedenkmünze ausgeschrieben. Szene des Märchens: Rotkäppchen trifft im Wald auf den Wolf. Durch seine „gelungene Konzentration auf diese erste Begegnung“ überzeugte der Entwurf das Preisgericht, das in seiner Beurteilung weiter ausführte: „Die dargestellten Figuren deuten die Uns