Numismatik

"Polierte Platte" - Münzen in der höchsten Prägequalität

Münzen in der höchsten Prägequalität "Polierte Platte" (PP), auch oft als Spiegelglanz bezeichnet, sind in der Regel teurer als Münzen in Normalprägung.

Sie erfahren aber wegen des aufwändigen Prägeverfahrens und der zumeist deutlich geringeren Auflage auch die größeren Wertsteigerungen. So kostet z.B. ein 5-Mark-Stück "Germanisches Museum" von 1952 in Stempelglanz bis zu 1.500 Euro, die gleiche Münze in Polierte Platte aber ein Mehrfaches - sie wird bis zu 5.000 Euro gehandelt.

 

Die Herstellung der Münzen in Spiegelglanz wird in der aufwändigsten Prägetechnik vorgenommen. Die Münzplättchen (Ronden) werden vor dem Prägen nochmals hochglanzpoliert. Das gleiche gilt für die Prägestempel. Damit sich das Relief und die Umschriften fein mattiert von dem spiegelnden Untergrund abheben, werden diese Teile des Münzmotivs nochmals extra mit einem superfeinen Sandstrahlgebläse bearbeitet.

Im Prägesaal selbst muss peinliche Sauberkeit herrschen. Mitunter trägt das Personal sogar einen Mundschutz wie im Operationssaal. Ronden und Stempel dürfen nur noch mit weißen Baumwollhandschuhen angefasst werden.

Jede Münze wird einzeln von Hand in die Maschine eingelegt und geprägt. Schon nach wenigen Münzen müssen die Prägestempel mit einem Ledertuch nachpoliert werden. Nach einigen hundert Prägungen schon werden die Stempel aus der Presse entfernt und wieder neu nachgearbeitet.

Durch das aufwendige Prägeverfahren erkennt man in der Regel einen schönen Kontrast zwischen dem matt schimmernden Relief und dem spiegelnden Hintergrund der Münze Die Münzen in der höchsten Prägequalität "Polierte Platte" (PP) werden in der Regel speziell für Sammler und normalerweise nicht für den alltäglichen Umlauf hergestellt, sondern werden in Anbetracht ihres Sammlerzwecks gekapselt und mit Zertifikat verkauft.

Früher wurden diese aufwändig geprägten Stücke vorwiegend an Staatsgäste und an wichtige Persönlichkeiten im eigenen Land vergeben. Heute sind Münzen in Spiegelglanz für jedermann zugänglich und erschwinglich.

Die Oberflächen von PP-Münzen sind sehr empfindlich. Kleinste Stöße, Berührungen mit anderen Materialien oder sogar Schwefel in der Luft können die Oberfläche der wertvollen Münzen angreifen. Man darf sie deshalb nicht mit bloßen Händen berühren, möglichst sollte man sie in der schützenden Münzkapsel belassen.