Fiorino d'oro

Fiorino d'oro

(auch Floren, Florenus) ist die erste Goldmünze aus Florenze. Das Nominalwurde ab 1252 in Florenz geschlagen und gilt als eineder bedeutendsten Goldmünzen des Mittelalters. Der Name leitet sich vom Münzbild der Lilie (lat. flos) ab, dem Stadtsymbol von Florenz. Anfang des 14. Jahrhunderts gelangte der Fiorino auch nach Deutschland als Gulden.

Geschichte des Fiorino d’oro

Die Goldmünze „Fiorino d’oro“ wurde zwischen 1252 und 1530 in Florenz, Italien geprägt. Ab dem 12. Jahrhundert entwickelte sich die italienische Stadt Florenz zu einer der wichtigsten Metropolen Europas. Während der Adel an Macht verlor, gewannen die Zünfte immer mehr an Bedeutung – Textilhandel und Finanzwesen ließen die Wirtschaft wie nie zuvor wachsen.

Die bürgerlichen Stadtoberen ignorierten sogar das kaiserliche Privileg der Münzprägung und führten 1252 eine Handelsmünze ein, die in den folgenden Jahrhunderten europaweit Geltung hatte: den Goldgulden, wegen seiner Herkunft auch Gold-Florin oder „Fiorino d‘oro“ genannt.

Um ihren Machtbereich zu erweitern, gliederten die Florentiner zahlreiche bedeutende Städte der Toskana ein und sicherten sich mit der einstigen Hafenstadt Pisa einen Zugang zum Meer. Die absolute Blütezeit begann jedoch erst, als Florenz ab dem 14. Jahrhundert zunehmend von der finanzkräftigen Patrizierfamilie Medici beherrscht wurde.

Die Medici erwiesen sich als Förderer der Künste, Literatur, Philosophie und Wissenschaften und hatten großen Anteil daran, dass die Stadt zum geistig-kulturellen Mittelpunkt Europas wurde. In der Epoche der Renaissance siedelten sich hier viele bedeutende Künstler und Gelehrte an, unter ihnen auch Michelangelo, Leonardo da Vinci – und Galileo Galilei (1564–1642).

Diesen einzigen Gulden aus der Ära der Republik Florenz (1189–1531) ließ man zwar „nur“ bis 1531 prägen, er wurde aber auch noch zu Lebzeiten Galileis gehandelt.

Metall und Prägung

Der Fiorino d'oro besteht aus Gold in einer sehr hohen Qualität (986/1000). Das Münzmetall der aus Florenz stammenden Münze weist eine große Differenz zu den sich in Umlauf befindenden Silbermünzen auf. Doch aufgrund des arabischen Einflusses wurde die Münzprägung in Süditalien, in Spanien und auf Sizilien hinsichtlich des Münzmetalls gelenkt.

Die Münzprägung konnte durch den Handel mit der Levante und durch die goldenen Errungenschaften durch die Kreuzzüge realisiert werden. Zudem wirkte sich die Herstellung der Fiorini positiv auf die Handelsbeziehungen zu den arabischen Ländern aus, da nun eine gemeinsame Währungsgrundlage existierte.

Der Florentiner Gulden war nicht nur eine der wichtigsten Handelsgoldmünzen des späten Mittelalters, sondern auch Vorbild für andere europäische Goldmünzen in typgleicher Form. Beispielsweise Frankreich oder Ungarn ahmten die Münze nach. Heutzutage erinnert die ungarische Währung „Forint“ an die aus Florenz stammende Goldmünze. Man kann ihn daher sogar gewissenmaßen als einen „Vorläufer“ des Euros bezeichnen.

Design

Auf der Vorderseite der Münze ist das Wappenzeichen von Florenz in Form einer Lilie abgebildet. Die Rückseite zeigt Johannes den Täufer, welcher zur damaligen Zeit den Schutzpratron der Stadt Florenz symbolisierte.

Aufgrund des Designs tragen die Fiorino d’oro auch die Namen „Floren“, „Blumen“- oder „Liliengulden“.

Das Münzmeisterzeichen, welches auf allen Fiorini zu sehen ist, die ab dem Jahr 1300 geprägt wurden, ermöglicht eine genaue Datierung. Zudem besaßen die Fiorino d’oro den Wert eines Dukaten.

Die Münze wog ca. 3,54g bei einem Durchmesser von 20mm.