Deutsche Münzpaare aus vier Jahrzehnten

Zwei Dutzend Münzpaare aus der 40-jährigen Epoche des geteilten Deutschlands belegen das gemeinsame Kulturerbe des Landes.

Auf kunstvoll gestalteten Gedenkprägungen werden die themengleichen Münzen jetzt numismatisch gewürdigt.

Während Deutschland politisch in zwei Staaten geteilt war, erschienen in Ost und West Gedenkmünzen, die nicht nur thematisch übereinstimmen, sondern oft auch vom Motiv her verblüffende Ähnlichkeiten aufweisen.

Vor allem berühmte Persönlichkeiten vergangener Epochen wurden in der vier Jahrzehnte währenden Epoche der Trennung numismatisch gewürdigt – in der DDR ebenso wie in der Bundesrepublik. Das ist nicht verwunderlich, gab es eben doch nur einen Goethe, einen Beethoven oder einen Luther, auf den sich beide Seiten berufen konnten und deren Andenken sie hochhalten wollten.

Als interessante Ergänzung zu einer solchen deutsch-deutschen Münzensammlung oder als ganz eigenständige Kollektion wurde von der Münze Berlin eine Serie von Gedenkprägungen aufgelegt, die diesen Münzpaaren aus den Jahren 1950 bis 1991 gewidmet ist. Herausragend sind dabei die technischen Parameter: Alle Sonderprägungen bestehen aus reinstem 999/1000 Feinsilber, bei denen jeweils die verkleinerten Münzbilder hochkarätig vergoldet sind.

Ihre kunstvollen Motive kommen durch die stattliche Größe von 40 Millimetern eindrucksvoll zu Geltung, was auch der höchsten Prägequalität „Spiegelglanz“ geschuldet ist, in der sie gefertigt sind. Das Programm ist auf 10.000 komplette Kollektionen limitiert, dafür garantiert der Berliner Münzdirektor Dr. Andreas Schikora mit seiner Unterschrift auf den jeweils beiliegenden Zertifikaten.

Bundesadler und DDR-Wappen

Die gemeinsame Rückseite wurde eigens für dieses Programm entworfen und zeigt vor einem Bundesadler das Wappen der DDR mit Hammer und Zirkel, ähnlich wie es auf den damaligen DDR Münzen verwendet wurde. Im Vordergrund findet sich ein gekrönter Bärenkopf im Kreis, das historische Münzmeisterzeichen der Berliner Prägestätte. Die von kleinen Eichenblättern unterbrochene Umschrift lautet: „40 JAHRE DEUTSCH-DEUTSCHE MÜNZGESCHICHTE“. Die Erstausgabe gilt den beiden Umlaufmünzpionieren zu einer Mark aus Deutschland Ost und West, deren Wertseiten vergoldet dargestellt sind.

Die erste D-Mark der Bundesrepublik erschien am 18. Dezember 1950. Sie zeigt die Ziffer 1, flankiert von je zwei Eichenblättern. Darunter die Aufschrift „DEUTSCHE MARK“ und die Jahreszahl. Das DDR-Pendant hatte seinen Ersttag mehr als fünf Jahre später, am 2. Juli 1956, und sieht der Westmark auf der Vorderseite zum Verwechseln ähnlich.

Eichenlaub dominiert auch das silberne Hauptmotiv der Sonderprägung, auf der unter anderem die berühmte kniende Eichbaum- Pflanzerin vom westdeutschen 50-Pfennig-Stück abgebildet ist. Die DDR wird durch die Symbolik „Ähre und Zahnrad“ repräsentiert, die für das Bündnis der Arbeiterklasse mit den werktätigen Bauern steht, sowie durch „Hammer und Zirkel vor zwei Ähren“, was die Verbundenheit von Arbeitern, Intelligenz und Bauern versinnbildlichen sollte.

Brandenburger Tor 1990 und 1991

Die beiden fast motivgleichen Gedenkmünzen zu 20 Mark bzw. 10 D-Mark von 1990 und 1991 mit dem Brandenburger Tor sind Thema der nächsten Silberprägung. Auch hier werden die (vergoldeten) Münzmotive durch eine Collage passender Berliner Wahrzeichen ergänzt: Über dem gekrönten Berliner Bär, wie er auch auf der Rückseite zu finden ist, sind dies die „Gold-Else“ auf der Siegessäule, die Quadriga vom Brandenburger Tor und der Ostberliner Fernsehturm am Alexanderplatz.

1989 feierten beide deutsche Staaten – wenige Monate vor dem Mauerfall – jeweils ihr 40-jährigen Bestehen und würdigten die Staatsgründungen mit Gedenkmünzen, auf denen Collagen von Wappen der Bundesländer bzw. der DDR-Bezirke zu sehen sind. Die entsprechende Silberprägung ergänzt nun die Münzmotive durch deutsche Sehenswürdigkeiten aus West und Ost: Schloss Neuschwanstein, Lübecker Holstentor, Quadriga Berlin, Schweriner Schloss und Dresdner Zwinger.

Ergänzung der Münz-Motive

Der in Marbach bei Stuttgart geborene und in Weimar verstorbene Dichter Friedrich von Schiller ist eine der Persönlichkeiten, auf die sich der Westen wie der Osten gleichermaßen berufen konnten. 1955 und 1972 wurde er in jener Zwei-Staaten-Epoche denn auch auf Gedenkmünzen geehrt. Die passende Feinsilber-Prägung zeigt als Zusatzmotive Szenen aus dem Gedicht „Das Lied von der Glocke“ und dem Drama „Die Jungfrau von Orléans“ nach historischen Stichen aus dem 19. Jahrhundert. Weitere Persönlichkeiten auf bereits erschienenen Motiven der Sammlung „40 Jahre deutsche-deutsch Münzgeschichte“ sind Wilhelm von Humboldt (1967), Albert Schweitzer (1975), Carl Friedrich Gauss (1977) und Heinrich von Kleist (1977/1986).

Auch hier werden die verkleinerten und vergoldeten Motive der Geldstücke um weitere Bildelemente ergänzt, die eng mit dem Leben und Wirken der Geehrten verbunden sind. So zeigt etwa die Humboldt-Prägung die beiden Brüder Wilhelm und Alexander Humboldt zusammen mit Goethe bei einem Besuch Schillers in Jena 1796 und unten die Humboldt-Universität in Berlin. Albert Schweitzer ist mit Patienten vor seinem Urwaldkrankenhaus im afrikanischen Lambarene zu sehen und außerdem ein Hinweis auf den Friedensnobelpreis, die der Tropenarzt und Theologe für 1952 verliehen bekam.

An die Leistungen des Mathematikers, Astronomen und Physikers Carl Friedrich Gauss wird gleich mit einer ganzen Bildcollage erinnert, unter anderem mit dem Turm des Hamburger Michels, der bei einem Gauss’schen Fall-Experiment eine Rolle spielte, der Sternwarte Göttingen, wo Gauss Professor war, und einem von ihm erfundenen Messinstrument, dem einem Fernrohr ähnelnde Heliotrop. Auf der Gedenkprägung zu Ehren des Dichters Heinrich von Kleist schließlich wird der Ausschnitt eines Umschlagbilds der Literaturzeitschrift „Phöbus“ gezeigt, die von Kleist im Jahr 1807 mitbegründet wurde.

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