Herzlich willkommen im größten Münzen Online-Shop der Welt!

Direktbestellung eingeben

Artikelnummer zum Bestellen eingeben:

Warenkorb 0,00 € - Produkt

Münzamt des Königreiches Spanien

Die Geschichte der traditionsreichen Real Casa de la Moneda, Spaniens staatlicher Münzstätte, reicht bis ins frühe Mittelalter zurück, als das Land von den Mauren besetzt war.  Erste Prägestätten unter spanischen Königen entstanden Ende des 12. Jahrhunderts, bis 1869 die Münzprägung in Madrid zentralisiert wurde.

Nicht nur das weltweit berühmteste Exportgut Spaniens, die landestypische Kunstform des Flamenco, ist von den Arabern beeinflusst, sondern auch die Frühgeschichte der heutigen Real Casa de la Moneda. Spaniens staatliche Münzstätte wurde erst 1869 unter der provisorischen Regierung in Madrid zentralisiert. Viele Jahrhunderte zuvor bereits hatten jedoch spanische Könige ihre ersten Münzen ganz nach Vorbild der nordafrikanischen Vorgänger und Lehrmeister geprägt.

Schon im frühen Mittelalter, nachdem die Mauren große Teile Spaniens erobert hatten, errichteten die neuen Herrscher vor allem in den andalusischen Metropolen, wie Cordoba, Granada, Jerez oder Sevilla, erste Prägestätten. Die Goldmünze der arabischen Dynastie El-Murabitin, der so genannte Marabotino, sollte zum Vorbild für die späteren Maravedi werden - jene ersten eigenen Goldmünzen, die von spanischen Königen seit Ende des 12. Jahrhunderts geprägt wurden. Oftmals waren die Maravedi noch von arabischem Typ, während die Schrift bereits auf das Christen- und Königtum hinwies.

Nach der Vereinigung des Landes durch das Königspaar Ferdinand und Isabella im Jahr 1469 wurde der Maravedi per Münzverordnung zur Kupfereinheit der neuen Währung. Er wurde zumeist mit Mehrfachwerten zu 2, 4, 6 und 8 Maravedi geprägt und blieb als Rechnungsmünze 400 Jahre - bis zum Anbruch der Pesete-Ära - erhalten.

Die Hauptwährungseinheit blieb aber der ab dem 14. Jahrhundert in Silber geprägte Real, wörtlich übersetzt: "Königlicher". Besonders häufig wurde das 8-Reales-Stück geprägt, das sich ähnlich dem Taler zur Weltmünze entwickelte. Unter Königin Isabella II. (1833 - 1868) übernahm zunächst der Real, unterteilt in 100 Centimos, die Hauptrolle bei der ersten Währungsumstellung auf das neue Dezimalsystem Spaniens. Von 1864 an wurde der Real für vier Jahre lang als Währungseinheit vom Escudo abgelöst, bis 1868/1869 die Ära der Pesete begann.

Der Name Escudo (wörtlich übersetzt: Schild) war übrigens damals längst geläufig. Schließlich wurden in Spanien unter dieser Bezeichnung bereits seit dem 16. Jahrhundert kleine Goldmünzen mit einem Gewicht von knapp 3,4 Gramm geprägt. Sie trugen zunächst das Landeswappen als Schild sowie auf der Rückseite ein Kreuz im Vierpass - eine Art Rahmung aus vier nach außen gerichteten Bögen. Besonders beliebt waren die großen, rund 27 Gramm schweren 8-Escudos-Stücke, die den achtfachen Goldgehalt eines Escudos besaßen. Ebenfalls groß, um nicht zu sagen riesig, ist der im 17. Jahrhundert eingeführte Cincuentín, mit knapp über 70 Millimeter Durchmesser und einem Gewicht um die 170 Gramm die größte spanische Silbermünze. Sie entsprach 50 Reales und galt eher als exklusives Präsent denn als Zahlmittel. Geprägt wurde der Cincuentín vor allem in der Münzstätte Segovia, die 2001 auf spanischen Gedenkmünzen gewürdigt wurde.

Sich ihrer Münztradition bewusst, prägte und prägt die moderne Real Casa de la Moneda Gedenkmünzen in Pesete und nun Euro, die in Größe und Gewicht alten Münztypen entsprechen. Sie erscheinen zumeist im Rahmen mehrteiliger Münzserien. Unter spanischen Sammlern, ja selbst in Münzkatalogen und von Repräsentanten der Real Casa de la Moneda werden diese Gedenkmünzen deshalb als Escudos, Reales oder Cincuentín bezeichnet.

Nach Anbruch des Euro-Zeitalters huldigt die Real Casa de la Moneda mit ihrem Gedenkmünzenprogramm weiterhin historischen spanischen Münztypen. Generaldirektor Gonzalo Ferre: "Es bleibt das gleiche Konzept wie zu Zeiten der Pesete, basierend auf klassischen Münznominalen wie der 8-Reales-Münze, dem Cincuentín und dem in Gold geprägten Escudo."

Typisch für die Euro-Monarchien tragen auch Spaniens neue Kursmünzen ihre tatsächlichen Prägejahre ab 1999. Da beim Produktionsstart der Euros nicht sicher war, ob König Juan Carlos bei Erstausgabe der neuen Kursmünzen im Jahr 2002 noch im Amt ist, wurde entsprechend das eigentliche Herstellungsjahr aufgeprägt.