Gedenkmünzen mit Bahnmotiven

„Über die Möglichkeit, Entfernungen zu verkürzen ...“

Bereits 1814 gab es die Idee, Frankreich mit Bahnlinien zu vernetzen. 15 Jahre später war die erste Lokomotive von Marc Seguin gebaut und erprobt – Thema einer 2014er Gedenkmünze.

Die Vorläufer der europäischen Eisenbahn führen zurück in das ausgehende 18. Jahrhundert, als im Bergbau kurze Grubenbahnen zum Kohlentransport benutzt wurden. Allerdings dachte damals noch niemand daran, dass einmal Fern-Eisenbahnlinien im Personenverkehr der Pferdekutsche den Rang ablaufen könnten.

In Frankreich gilt als geistiger Urheber dieser seinerzeit revolutionären Idee der damalige Chefingenieur der Bergwerke, Pierre Michel Moisson-Desroches, der 1814 einen denkwürdigen Bericht an Kaiser Napoleon kurz vor dessen Abdankung sandte.

Der Titel lautet: „Über die Möglichkeit, die Entfernungen zu verkürzen, indem man das Kaiserreich mit sieben großen Bahngleisen durchzieht“, wobei diese – wie es Jahrzehnte später einmal Realität werden sollte – radial auf Paris in der Mitte zulaufen sollten. Damit zielte der Mineningenieur vor 200 Jahren nicht zuletzt auf schnellere militärische Versorgungswege ab, was eine Reaktion auf die damals tobenden Napoleonischen Kriege in Europa war.

75 Jahre „Mallard“-Rekord

2013 gab es auch ein bedeutendes britisches Eisenbahnjubiläum zu feiern, nämlich den 75. Jahrestag des offiziellen Weltrekords der „Mallard 4468“. Die nach wie vor schnellste Dampflokomotive aller Zeiten soll am 3. Juli 1938 kurzzeitig auf leicht abfallender Strecke eine Höchstgeschwindigkeit von 126 Meilen pro Stunde (202,6 km/h) erreicht haben, wobei über eine längere Distanz 125 mph (Miles per hour) als gesichert gelten, also umgerechnet 201,2 Stundenkilometer.

Wie dem auch sei, entscheidend damals war, dass die gemessene Höchstgeschwindigkeit über dem Rekord der deutschen Dampflokomotive „05 002“ lag, die zwei Jahre zuvor mit 200,4 Stundenkilometern einen neuen Weltrekord aufgestellt hatte, und den hatte die Mallard so oder so gebrochen.

Zum 75-jährigen Jubiläum haben die Cook-Inseln der Mallard zu Ehren eine Sterlingsilber-Münze zu 10 Dollars herausgegeben (38,6 mm, 20 g, PP), auf der die Dampflok mit rauchendem Schornstein in voller Fahrt dargestellt ist. Die den Ausgabeanlass benennende englische Aufschrift lautet: 75th Anniversary of the World Speed Record – Mallard – 3 July 1938 / 125 mph.

110 Jahre Kalka-Shimla-Bahn

Als nächstes geht es in den Nordwesten Indiens, wo die Kalka-Shimla Railway eine von der staatlichen Eisenbahngesellschaft betriebene Schmalspurstrecke mit einer Spurweite von 762 Millimetern ist.

Sie wurde am 9. November 1903 eröffnet und führt von Kalka im Bundesstaat Haryana nach Shimla, der Hauptstadt des Bundesstaates Himachal Pradesh. Aufgrund der abenteuerlichen, knapp hundert Kilometer langen Streckenführung am Rande des Himalaya-Gebirges mit hohen Brückenüberquerungen, wie auf einer 300-Ngultrum-Sterlingsilbermünze von Bhutan aus dem Jahr 2013 dargestellt (38,6 mm, 20 g, PP), ist die Strecke vor allem bei Touristen sehr beliebt. Seit 2008 ist die Kalka-Shimla Railway Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Übrigens: Wer sich für sämtliche Münzmotive rund um die Schiene begeistert, dürfte auch an einem neuen Gedenkdollar von Kanada Gefallen finden, der hier im Heft auf Seite 12 abgebildet ist. Er erinnert an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren und zeigt eine typische Abschiedsszene mit einem abfahrenden Soldaten und seiner Frau auf einem Bahnsteig, wie sie damals auf ähnliche Weise allerorten stattgefunden haben mag.

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