5 DM-Münze Germanisches Museum

5 DM-Münze Germanisches Museum

Vor 65 Jahren wurde die erste deutsche Gedenkmünze der Nachkriegszeit geprägt: Das „Germanische Museum“ von 1952 legte den Grundstein für die beliebteste Ländersammlung weltweit.

Der bundesdeutsche Gedenkmünzen-Pionier kommt ins Rentenalter: Das 5-DM-Stück „Germanisches Museum“ trägt die Jahreszahl 1952 und feiert damit dieses Jahr seinen 65sten. Ausgegeben wurde es allerdings erst mit einjähriger Verspätung, am 11. September 1953, weil sich die Vorbereitungen länger als erwartet hinzogen. Zunächst mussten nämlich die münzrechtlichen Voraussetzungen für die Ausgabe der ersten deutschen Gedenkmünze nach dem 2. Weltkrieg geschaffen werden.

Die Idee für das Ausgabethema lieferte der Leiter des Nürnberger Stadtarchivs, Fridolin Solleder: Die 100-Jahr-Feier des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg. Das Museum war 1852 von dem fränkischen Adeligen Hans Freiherr von und zu Aufseß gegründet worden und ist heute das größte kulturgeschichtliche Museum des deutschen Sprachraums (so hatte der Namensbestandteil „Germanisch“ von 165 Jahren durchaus etwas Visionäres).

Das Münzmotiv nach einem Entwurf des Münchner Künstlers Karl Roth zeigt aber nicht etwa das Museumsgebäude, sondern stellvertretend ein Exponat aus dem Museum: die „Adlerfibel“, Schmuckstück einer ostgotischen Fürstentochter aus der Völkerwanderzeit um 500 n. Chr. ist eines der Glanzlichter der Frühgeschichtlichen Sammlung. Die Erstauflage betrug, in Anlehnung an die höchsten Auflagen von Gedenkmünzen der Weimarer Republik, gerade einmal 200000 Stück. Weil die meisten der Münzen längere Zeit im Umlauf waren und kaum einer sie als Sammlerstücke erkannte, weisen heute viele der noch erhaltenen Exemplare mehr oder weniger starke Gebrauchsspuren auf. Stücke in prägefrischer Erhaltung sind dagegen moderne Raritäten und erzielen Spitzenpreise. Auch wenn die Münze 1953 immerhin den Gegenwert eines Arbeiter-Tageslohns darstellte, hätte man sie damals wohl besser behalten. Erst recht gilt das für die Version in höchster Prägequalität „Spiegelglanz“ bzw. „Polierte Platte“ (PP), deren Auflage mangels Nachfrage mit 1240 Exemplaren äußerst gering ausfiel. Im Katalog notiert diese moderne Rarität heute mit 3000 Euro.

Die „ersten Fünf“

Als nächstes erschienen im Jahr 1955 gleich zwei neue Gedenkmünzen anlässlich des 150. Todestags des Dichters Friedrich von Schiller und zum 300. Geburtstag des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden.

Wie auch der 1957 herausgegebene Silberfünfer zum 100. Todestag des Dichters Josef Freiherr von Eichendorff sind sie in Kleinauflagen von 200000 in Stempelglanz bis maximal 2000 in Spiegelglanz erschienen und erlebten ansehnliche Wertsteigerungen. Zu der erlauchten Runde der „Ersten Fünf“, die heute die Spitzengruppe der DMark-Gedenkmünzen bilden, gehört auch das 5-Mark-Stück von 1964 zu Ehren des 150 Jahre zuvor verstorbenen Philosophen Johann Gottlieb Fichte. Auch dessen Auflage war noch verhältnismäßig gering mit 495000 Exemplaren in Stempelglanz plus 5000 in Spiegelglanz, ehe die Prägemengen der DM-Gedenkmünzen in Millionenhöhen stiegen. Das „Germanische Museum“ jedoch legte den Grundstein: Die Gedenkmünzen-Kollektion der Bundesrepublik Deutschland ist auch nach der Währungsumstellung 2002 noch immer einsame
Sitze – keine andere Ländersammlung der Welt hat so viele Anhänger.