300. Geburtstag Maria Theresia

300. Geburtstag Maria Theresia

Am 13. Mai 1717 wurde Maria Theresia als Tochter Kaiser Karls VI. in Wien geboren.  Zur runden 300 - Jahr - Feier erinnern wir an die berühmte Habsburger Herrscherin, die – auch numismatisch – ein reiches Erbe hinterließ. 

Sie ist zweifellos der bedeutendste weibliche Monarch aus der Jahrhunderte langen Geschichte des Habsburger Herrscherhauses: Maria Theresia, die vor genau 300 Jahren am 13. Mai 1717 als Tochter Kaiser Karls VI. und Elisabeths von Braunschweig- Wolfenbüttel in Wien zur Welt kam.

Mit dem Tod ihres Vaters am 20. Oktober 1740 trat sie im Alter von 23 Jahren ihr Amt als Erzherzogin von Österreich sowie Königin von Ungarn und Böhmen an. Damit übernahm sie ein glanzvolles Erbe, denn Österreich und seine habsburgischen Erblande reichten damals von Vorarlberg bis Siebenbürgen sowie von Schlesien bis Triest. In diesem Riesenreich lebten Armenier, Italiener, Lothringer, Niederländer, Schweizer, Serben, Slowaken, Spanier, Türken und Ungarn. Die Menschen empfanden seinerzeit das Habsburger Reich noch nicht als Einengung ihrer Nationalität, sondern als Schutzschild und Bereicherung.

Dennoch hatte Maria Theresia von Anfang an einen schweren Stand. Nach innen musste sie den Protesten gegen die Pragmatische Sanktion (das von ihrem Vater erlassene Edikt zur weiblichen Thronfolge in den Habsburger Erblanden) widerstehen sowie nach außen dem daraus resultierenden Österreichischen Erbfolgekrieg. Am Ende verlor Maria Theresia im Frieden von Aachen 1748 zwar Schlesien an Preußen sowie das Herzogtum Parma und Piacenza an eine Nebenlinie der französischen Bourbonen, erhielt andererseits aber die Bestätigung der Pragmatischen Sanktion.

Münztitulatur als „Römische Kaiserin“ nach 1745

Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches konnte sie als Frau zur damaligen Zeit allerdings nicht (unmittelbar) werden. Und doch erreichte sie ihr Ziel indirekt gleich mehrfach: Nach dem Tode  Karls VII. von Wittelsbach im Jahr 1745 ging die römisch- deutsche Kaiserwürde auf ihren Mann Franz Stephan von Lothringen als Franz I. über, woraufhin sie sich danach auf ihren Münzen auch „Römische Kaiserin“ nannte – exemplarisch belegt durch die abgekürzte lateinische Umschrift „ROmanorum Imperatrix“ des hier gezeigten, von 1746 bis 1765 geprägten Dukats.

Maria Theresias kaiserlichen Titelanspruch untermauert auch die Tatsache, dass ihr Mann die Regierungsgeschäfte zum größten Teil ihr überließ und selbst kaum eine aktive Rolle spielte. Nicht zuletzt war Maria Theresia obendrein Mutter zweier Kaiser, von Josef II. (1765–1790) und Leopold II. (1790– 1792) als Nachfolger ihres 1765 gestorbenen Gemahls.

Maria-Theresien-Taler waren Weltzahlungsmittel

Die Epoche Maria Theresias, die am 29. November 1780 in Wien verstarb, wird als Zeitalter des aufgeklärten Absolutismus bezeichnet und gilt als Glanzzeit der habsburgischen Herrschaft. Viele Grundlagen des modernen Mitteleuropas wurden während Maria Theresias Regentschaft geschaffen. Es war eine Zeit barocker Pracht, aber auch der allgemeinen Wohlfahrt. Münzensammlern bleibt Maria Theresia auch als Namensgeberin historisch bedeutender Silbermünzen in Erinnerung: den mit ihrem Brustprofil geschmückten Maria-Theresien-Talern.

Bis zum heutigen Tag wird speziell die letzte Ausgabe aus ihrem Todesjahr 1780 mit originalen Stempeln offiziell nachgeprägt und ist damit der meisthergestellte Taler der Welt. Das Verbreitungsgebiet der Handelsmünze weitete sich schnell aus und umfasste zu Beginn des 20. Jahrhunderts ganz Nordafrika, den mittleren Sudan, Somalia, Äthiopien und Kenia, sowie die Küstengebiete des heutigen Tansania bis hin nach Mosambik. Aber auch im Irak, in Persien und selbst in großen Teilen Indiens war der Maria-Theresien-Taler verbreitet.

Bis 1765 ohne Witwenschleier 

Während sich Maria Theresia nachdem Tod ihres innig geliebten Ehegatten im Jahr 1765 auf ihren Münzen fast nur noch mit Witwenschleier präsentierte, ist sie auf dem hier gezeigten Taler von 1760 (Prägezeit: 1746–1779) noch ohne Trauerkleidung zu sehen.  Dessen lateinische Umschrift betitelt sie als „Maria THERESIA Dei GRatia Romanorum IMPeratrix GErmaniae HUungariae BOhemiae REGina (Maria Theresia, von Gottes Gnaden, Römische Kaiserin, Königin von Germanien, Ungarn und Böhmen). Auf der Rückseite mit dem Wappen- Doppeladler ist oben die Kaiserkrone dargestellt sowie darunter über dem Brustschild die Bügelkrone. Die weiterführende Titelumschrift lautet hier: ARCHIDux AUSTriae DUX BUrgundiae COMes TYRolis (Erzherzogin von Österreich, Herzogin von Burgund, Gräfin von Tirol).

Maria Theresia stehend in ungarischer Königstracht

Kontrastierend und ergänzend hierzu passt das landestypische Motiv des rechts gezeigten Dukats aus ungarischer Prägung (1741–1765), der Maria Theresia als Königin Ungarns stehend im feierlichen Krönungsornat mit Reichsapfel und Zepter abbildet. Die Prägebuchstaben „K“ links und „B“ rechts stehen für die traditionsreiche Münzstätte Kremnitz (ungarisch: Körmöcbánya). Ein anmutiges Motiv präsentiert auch die Rückseite. Darauf ist eine sitzende Madonna mit Jesuskind und Umschrift „PATRONA REGNI HUNGARIAE“ abgebildet, was sie als Landespatronin des Königreichs Ungarn kennzeichnet.

 

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