Rolf Lederbogen

Rolf Lederbogen

In Karlsruhe werden in der Staatlichen Münzprägeanstalt nicht nur Euro- und Cent-Münzen hergestellt. In Karlsruhe wurde auch das Eichenlaub entworfen, das die kleinsten Cent-Münzen aus Deutschland ziert. 

Rolf Lederbogen, Professor an der Karlsruher Uni, hat die nationale Rückseite der neuen Kupfermünzen & kleinsten Cent-Stücke entworfen:

Ein Eichenblatt ziert Ein-, Zwei- und Fünf-Cent-Stücke aus Deutschland. Keine große Sache für den freien Designer, ein Wettbewerbsauftrag "wie viele andere auch", sagt er. Dennoch erfüllt ihn die Aufnahme in die Runde der Münzmacher in Europa mit Freude und auch Stolz.

1996 hatte ich den ersten Kontakt in Sachen Euro'', berichtet der 73-jährige Designer. Das Bundesfinanzministerium lud ihn neben anderen Künstlern zum nichtöffentlichen Design-Wettbewerb ein. Während die Vorgaben bei den Vorderseiten nur wenig Raum ließen, hatten die Gestalter bei den Münzrückseiten freie Hand. "Ich habe für jede der acht Münzen einen anderen Architekturstil als Frontmotiv vorgeschlagen", erklärt Lederbogen. "Für die Rückseite, die nationale Seite, entschied ich mich für Laubbäume." Die Ein-Cent-Münze gestaltete er mit einem vorgeschichtlichen Megalithbau und eben einem Eichenblatt, seine zwei Cent schmückten ein klassischer Tempel und ein Stechpalmen-Blatt, die fünf Cent zum Beispiel zeigten eine Kirche und ein Ahornblatt.

In den Stolz auf "seinen" Cent mischt sich ein wenig Wehmut. Jede seiner Blatt-Ideen sei schließlich ein Schmuckstück, sagt der Professor. "Ich freue mich über den Erfolg meines Eichenblatts. Aber wäre die ganze Reihe der Laubbäume genommen worden, wären wir Deutschen um ein Vielfaches reicher geworden", meint er. So bleibe eben wieder nur "unser Eichenblatt".