Münzverrufung

Münzverrufung

Vor allem im Spätmittelalter gebräuchliche Methode, um alte, im Umlauf befindliche Münzen außer Kurs zu setzen und gegen neue zu ersetzen. Anfangs noch mit dem Ziel praktiziert, alte abgegriffene oder beschädigte Pfennige auszutauschen und damit den Münzfuß beizubehalten oder zu verbessern, diente die Münzverrufung im Laufe der Zeit vornehmlich einer indirekten Besteuerung. So wurden teilweise für 12 alte Pfennige neun neue ausgegeben, was einer 25-prozentigen Kapitalsteuer entsprach. Zusätzlich verdiente der Münzherr auch am Edelmetall, waren doch die neu ausgegeben Pfennige häufig leichter oder in einer schlechteren Legierung ausgebracht. Vor allem die größeren Handelsstädte kämpften gegen die Münzverrufungen an.