Münzmeisterzeichen

Münzmeisterzeichen

Als Münzmeister wird generell der Leiter einer Münzstätte bezeichnet, wobei dessen Aufgaben und Stellung im Laufe der Geschichte sehr unterschiedlich war. Bereits bei den alten Griechen und Römern gab es Münzmeister, deren Namen zum Teil durch Signaturen auf Münzen überliefert sind. 

Die römischen Münzstätten waren ähnlich wie Industriebetriebe organisiert. Der Münzmeister selbst war direkt dem praefectus monetae (eine Art Finanzminister) unterstellt.

Seit dem Mittelalter haben sich die Münzmeister zunehmend auch mit individuellen Zeichen auf Münzen verewigt, sei es eine Rosette, ein Zainhaken (Zaine sind Metallstreifen, aus denen die Münzrohlinge ausgestanzt wurden) oder auch ein Monogramm. Münzmeisterzeichen sind somit immer schon ein Hinweis auf den Prägezeitraum und damit das Alter einer Münze gewesen.

Von aktueller Bedeutung sind Münzmeisterzeichen bei den neuen Euros. Dies gilt insbesondere für die Ausgaben der Königlich Niederländischen Münzstätte, die verschiedene Münzmeisterzeichen aufweisen: Pfeil und Bogen (Chris van Draanen, Münzdirektor von 1988–1999), Pfeil und Bogen mit Stern (Erik van Schouwenberg, Übergangsjahr 2000), Weinrebe (Robert Bruens, Übergangsjahr 2001), Weinrebe mit 
Stern (Maarten Brouwer, seit 2002).

Interessant: Von dieser Besonderheit sind auch die ersten luxemburgischen Euros betroffen. Am Münzmeisterzeichen lässt sich hier nicht nur ablesen, dass die neuen Kursmünzen in der Utrechter Münzstätte geprägt wurden, sondern oben drein auch noch wann – denn das aufgeprägte Datum der ersten Euro-Kursmünzen von Luxemburg lautete bereits auf „2002“ und entsprach somit nicht den tatsächlichen Prägejahren 2000 und 2001.