Kriegssechstel

Kriegssechstel

Sechsteltaler nach verschlechtertem Münzfuß, der in erster Linie von König Friedrich II. (1712–1786) von Preußen während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) ausgegeben wurde. Der Wert des Nominals war identisch mit dem bereits bestehenden 15 Kreuzer-Stück – einer der beliebtesten Münzen des 17. Jahrhunderts. Bereits ab 1750 hatte Friedrich II. damit begonnen, das Nominal durch private Münzunternehmer nach dem 18-Taler-Fuß prägen zu lassen. Diese Veränderung des bis dato bestehenden »Graumannschen« 14-Taler-Fußes führte zu einer Verschlechterung des Nominals um etwa 20 Prozent. 

Dem preußischen Beispiel des Münzbetrugs folgten andere deutsche Fürsten, auch wenn sie nicht in den Krieg verwickelt waren. Häufig verwendeten die Münzherren dabei verschlungene Monogramme, um die genaue Herkunft der minderwertigen Münzen zu verschleiern. Eine vom Kaiser eingesetzte Kommission, die gegen den ungesetzlichen Handel mit minderwertigen Münzen vorging, beendete das Kriegsgeldgeschäft noch vor Ende des Siebenjährigen Krieges im Jahr 1760.