Dicken

Dicken - Silbermünze von Gewicht

"Dicken" nennt man eine Großsilbermünze, die seit Ende des 15. Jahrhunderts vorrangig in Süddeutschland und der Schweiz zur Ausprägung kam. 

Das Aussehen verleiht den Namen

Den Namen „Dicken“ haben die großen Silbertaler ihrer „dicken“ Gestalt zu verdanken. Die Bevölkerung nannte ihre große Silbermünze „die großen dicken Silbermünzen“. Sie waren eine der ersten Großsilbermünzen des Mittelalters und wurden Ende des 15. Jahrhunderts nördlich der Alpen, in der Schweiz und Süddeutschland geprägt.

Die Vorderseite des Dicken ziert das Porträt des mailändischen Herzogs Galeazzo Maria Sforza. Unter Herzog Sforza wurde auch 1474 die norditalienische Silbermünze „Testone“ geprägt. Der Name leitete sich vom italienischen Wort „testa“ was auf Deutsch „Kopf“ bedeutet, ab. Der „Testone“ galt als Vorbild des Dicken.

Der Dicken selbst gilt wiederum als Vorläufer der Talerprägung. Diese Münze wurde in den Umlauf gebracht, da die Pfennige und Kreuzer nicht mehr den wirtschaftlichen Ansprüchen entsprachen.

Erste Prägungen von Dicken

Der erste Dicken der Schweiz wurde in der Stadt Bern im Jahr 1482 hergestellt. Der Schweizer Dicken ahmte den italienischen Testone nach. Das Porträt von Galeazzo Maria Sforza wurde dabei durch den damaligen Stadtpatron ersetzt.

Die Ära des Dickens währte nur kurz. Nach 40 Jahren stellte man die Prägung dieser Münze wieder ein. Um 1500 folgte in Süddeutschland der Taler und in der Schweiz trat der Guldengroschen die Nachfolge des Dicken als große Silbermünze an.

Gewicht und Sonderformen

Der Dicken hatte im Gegensatz zu den üblichen Silbermünzen (Kreuzer oder Pfennige) ein größeres Gewicht, dadurch kam diese Silbermünze zu ihrem Namen. Er wog zwischen 9,4g und 9,9g.

In den Jahren 1631 bis 1633 gab es eine besondere Form des Dicken, den „Strichlidicken“. Er wurde in der Stadt St. Gallen in der Schweiz geprägt. Die Vorderseite zierte der Wert der Münze und die Rückseite zeigte die Jahreszahl unter einem Trennstrich.

Wert des Dicken

Ein Dicken war 1/3 des Rheinischen Gulden oder Goldgulden wert. In seltenen Fälle auch nur 1/4 Goldgulden. Sein Wert entsprach im Allgemeinen 20 Kreuzer und in Straßburg sogar bis zu 24 Kreuzer.