Devise

Die Devise - Wahlspruch auf Münzen und Wappen

Als Devise bezeichnet man die prägnante Formulierung eines Gedankens im Sinne eines Mottos oder Wahlspruchs, nachdem jemand sein Denken oder Handeln ausrichtet. Viele Münzen haben die Devise des Ausgeberlandes, dessen Regierung oder Königshauses auf der Motivseite aufgeprägt. Das wohl berühmteste Beispiel einer Devise ist das Motto "In God we trust" der Vereinigten Staaten von Amerika, welches sich z.B. auf Münzen und der Rückseite des 1-Dollar-Scheins befindet.

Wortherkunft

Der Begriff Devise wurde vom Dichter Philip von Zesen durch den Ausdruck Wahlspruch eingedeutscht. Weitere Synonyme für Devise sind Motto, Maxime oder Slogan. Devision oder Wahlsprüche stammen entweder aus langen Traditionen, aus gemeinschaftlichen Festlegungen oder aber aus entscheidenden Ereignissen, wie aus einem Bürgerkrieg oder einer Revolution. 

Devisen als Unterscheidungsmerkmale von Wappen

Devisen dienen häufig zur Erklärung von Sinnbildern. Die Idee, einen Wahlspruch zur Unterscheidung ähnlicher Motive zu verwenden stammt aus der mittelalterlichen Heraldik. Hier dienten Sinnbilder in Form von kleinen Beizeichen zu den ererbten Wappen der Unterscheidung der verschiedenen Linien der Fürstenhäuser. Die Devise befand sich meist in einem Spruchband unter dem Wappenschild.

Devise auf deutscher 2 -Euro-Münze

Devise auf der deutschen 2-Euro-Münze

Devisen auf Münzen

Wahl- oder Wappensprüche und Münzen können auf zwei Arten miteinander verknüpft sein: als Element des Staatswappens, oder als Teil der Um- oder Randschrift der Münze, der so genannten Rändelung. In ganz Europa wurde es seit Beginn der Neuzeit beliebt, Wortdevisen, Sinn- oder Wahlsprüche auf ihren Münzen zu platzieren.

Die Herrscher suchten sich einen Wahlspruch, der meist die ganze Regierungszeit gleich blieb. Auch die japanischen und chinesischen Kaiser folgten diesem Beispiel.

Die Wiedergabe von Wahlsprüchen auf dem Münzrand geht auf Spruchgroschen, -taler und – münzen zurück, die ihren Höhepunkt in der Kipper- und Wipperzeit fanden. Sie dienten der propagandistischen Beeinflussung der Bevölkerung, indem sie moralische Ermahnungen, Aufforderungen ( z.B.  time deum et decem – Fürchte Gott und Herrscher // dura pati virtus – Mühsal ertragen ist tugendhaft ) oder eben Wappensprüche wiedergaben.

Weil Münzen schon immer durch viele Hände gingen, wurde sie seit der Zeit der Römer für politische Propaganda genutzt. In der Antike waren es vor allem bildhafte Darstellungen dieser Tugenden, da damals die Alphabetisierungsrate noch sehr gering war. In modernen Gesellschaften werden meist kurze und prägnante Schlagworte in die Rändelung der Münze geprägt.

Berühmte Devisen auf Münzen

In der Tradition kurzer und prägnanter Schlagworte stehen der Wahlspruch "Einigkeit und Recht und Freiheit", auf dem Rand der D-Mark Münzen eingeprägt wurde, sowie der Wahlspruch der Französischen Revolution „Liberte, Egalite, Fraternite – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ auf den französischen Münzen. Ebenfalls in diese Kategorie fällt der Wahlspruch der seit Castros Revolution 1956 die kubanischen Münzen und Geldscheine schmückt: „Patria o Muerte – Vaterland oder Tod”.

Ein weiteres berühmtes Beispiel von Devisen auf den Rändern von Münzen ist "Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“. Dieser Schlusssatz des Kommunistischen Manifests von Karl Marx;  der später Wahlspruch der sich zur 2. Internationale bekennenden Sozialisten und der kommunistischen Parteien wurde steht auf dem russischen 20-Kopeken-Stück von 1933.

Devisen als Element des Landeswappens auf Münzen

Wahlsprüche als Element des Landeswappens auf Münzen auftauchen sind häufig nur unter Zuhilfenahme einer Lupe zu entdecken, obwohl sie beinahe genauso häufig auftreten, wie die Prägung am Rand.

Ein berühmtes Beispiel ist das "Plus Ultra", das im Wappen auf den spanischen Peseta-Münzen enthalten ist. Der Wahlspruch umspannt im heraldischen Sinne die "Säulen des Herkules", welche das spanische Wappen halten.D Die Übersetzung bedeutet: "Darüber hinaus / Immer weiter“. Auch Australiens „Advance Australia“ und Singapurs „Majulah Singapura“ Wahlsprüche haben die gleiche Bedeutung.

Das spanische Beispiel zeigt außerdem, wie stark die Wahlsprüche auf Münzen in der Geschichte verwurzelt sein können. Die "Säulen des Herkules" im spanischen Wappen stehen für die Felsen von Gibraltar. Diese Meerenge kennzeichnet das Ende des Mittelmeeres und im antiken Griechenland auch das geografische Ende der Welt. Der griechischen Mythologie nach brachte Herkules dort den Spruch an "Non Plus Ultra".

Übersetzt bedeutet dies, "Hier geht es nicht weiter". Karl der V. wählte seine Devise "Plus Ultra" ganz bewusst, um zu zeigen, dass er sich mit der Eroberung neuer Kolonien in Übersee (hauptsächlich Südamerika), bewusst über diese Grenze hinweg setzte. Ein Zeichen der Macht des Königs und des spanischen Nationalstolzes.