Blaffert

Der Blaffert - Eine Hohlmünze

Die Bezeichnung „Blaffert“ lässt sich mehreren Prägungen aus verschiedenen Jahrhunderten zuordnen. Der wohl bekannteste Blaffert war eine norddeutsche Silber-Münze im Wert von zwei Pfennigen, die ab 1350 geschlagen wurde. Einige Quellen nennen den Blaffert in Zusammenhang mit dem Plappert, einer Groschenmünze aus Süddeutschland. Allerdings ist die Namensverwandtschaft nicht eindeutig gesichert. Der Name »Blaffert« leitet sich vermutlich vom Niederländischen »blaf« (=breit) oder dem niederdeutschen »blaff« (=schlicht) ab.

Der deutsche Blaffert entstand in Zusammenarbeit der Städte Lübeck, Hamburg und Lüneburg. In den Rezessen des Wendischen Münzvereins legten die drei Städte Aussehen und Gewicht der Münze fest und prägten sie in zwei Versionen. Der erste Blaffert wurde während des 14. Jahrhundert ausgegeben und orientierte sich in der Gestaltung stark an dem größeren Witten. Die zweite Version war nur einseitig geprägt und wurde im 15. Jahrhundert ausgegeben. Dieser zweite Blaffert war eine sogenannte Hohlmünze aus dünnem Silberblech mit gebogenem Rand. Sie hatte einen Wert von zwei Pfennigen und war sehr einfach gestaltet. Statt einer Beschriftung ist lediglich ein Bild der Prägestatt auf der Münze zu sehen.

Neben den norddeutschen Blaffert wurden gleichnamige Münzen aus Kupfer auch in Dänemark unter Königin Margarethe (1387–1412) sowie unter Christian IV. (1588–1648) ausgegeben. Während des 18. und des frühen 19.Jahrhunderts soll es später eine weitere Münze mit dem Namen Blaffert im Bergischen Land (eine Region in Nordrhein-Westfalen) gegeben haben. 20 dieser Blaffert waren laut Dokumenten aus der Stadt Düsseldorf vom 7. Juli 1706 umgerechnet 1 Reichstaler, 8 Schilling oder 60 Stüber wert.