Belagerungsmünzen

Belagerungsmünzen - Wenn Münzmetall knapp war

Belagerungsmünzen gehören zur Gruppe der Notmünzen. Sie wurden meist während eines Krieges in einer belagerten Stadt oder Festung angefertigt und ausgegeben, um den dortigen Zahlungsverkehr aufrechterhalten zu können. Sehr häufig wurden sie in Klippenform, also quadratisch oder rechteckig, aus Tafelgeschirr oder Kirchensilber ausgeschnitten und gestempelt.

Falls nicht genügend Silber aufgetrieben werden konnte, wich man auf unedle Metalle oder andere Materialien aus: Kupfer, Zinn, in manchen Fällen sogar Papier und Pappe mussten dann als Ersatz herhalten. Belagerungsmünzen erhielten einen Zwangskurs und sollten in Friedenszeiten in normales Umlaufgeld eingewechselt werden können. Allerdings wurde dieses Versprechen nicht immer eingehalten. Auch durch Gegenstempelungen konnten Münzen zu Belagerungsmünzen werden.

Diese Belagerungsmünze von der Belagerung von Jülich 1610 war nur einseitig geprägt. 

Belagerungsmünzen wurden unter anderem von der Herzog Karl Alexander von Würtemberg während seiner Belagerung von Landau eingesetzt. 

Johann von Reuschenberg zu Overbach versah Bruchstücke silbernen Tafelgeschirrs mit Wertstempeln während der Belagerung von Jülich 1610 und gab sie als 1 bis 10-Guldenstücke aus.