Münzenpioniere der USA aus Goldrauschzeiten

Liberty-Kopf der ersten Golddollars

Vor 160 Jahren wurden die letzten 1-Dollar- Goldmünzen der USA mit dem berühmten „Liberty Head“ geprägt. Das Motiv überdauerte über fünf Jahrzehnte weiter auf den großen „Double Eagles“.

Bereits in den 1830er und 1840er Jahren wurden in den USA erste Rufe nach einer in Gold geprägten 1-Dollar-Münze laut. Doch erst der 1848 ausgebrochene Goldrausch in Kalifornien veranlasste den USKongress im Jahr darauf, den Schritt zu wagen. Zusammen mit der neuen 20-Dollar- Wertstufe – das bislang größte Münznominal zu 10 Dollars genügte nicht mehr für den Zahlungsverkehr – wurde der für den Geldumlauf benötigte Gold-Dollar per Gesetz vom 3. März 1849 verabschiedet.

Das Ur-Design der ersten Gold-Dollars, das als „Liberty Head“ (Freiheitskopf) Berühmtheit erlangte, stammt von James Barton Longacre, dem damaligen Chefgraveur der United States Mint (Staatliche Münzstätte der USA).

Doppelgeburt: kleinstes und größtes Gold-Nominal

Es stellt ein Kopfprofil der Freiheitsallegorie „Liberty“ dar, die ein mit ihrem Namen beschriftetes Diadem im gebundenen Haar trägt. Das Bildmotiv ist von 13 Sternen umgeben als Symbol für die Gründerstaaten der USA. Auf der schlicht gehaltenen Rückseite platzierte Longacre lediglich den Nennwert und das Prägejahr, beides eingerahmt von einem Lorbeerkranz und ganz außen vom Landesnamen: United States of America. Die damalige Zeitung „New York Tribune“ beschrieb den neuen Gold-Dollar am 19. Mai 1849 lobpreisend als „zweifelsfrei tollste, winzigste, leichteste Münze in diesem Land“. Und sie sei zu fein und schön, um damit Kartoffeln, Sauerkraut oder Surfleisch zu bezahlen, hieß es weiterhin – was sicherlich jedem Sammler in der Welt aus dem Herzen spricht.

„Zu schön, um damit Sauerkraut zu bezahlen“

Geprägt wurde dieser erste Gold-Dollar-Typ mit nur 12,7 Millimetern Durchmesser – im Format vieler heutiger „Kleinster Goldmünzen“ – jährlich von 1849 bis 1854, als ihn der neue, ebenfalls von Longacre entworfene „Indian Head“ (eine indianische Prinzessin als Liberty) ablöste.

Dagegen blieb der ursprüngliche „Liberty Head“ auf den großen 20-Dollar-Münzen weiter über fünf Jahrzehnte erhalten. Diese sogenannten „Double Eagles“ (Doppeladler) wurden regulär ab 1850 bis 1907 geprägt – von 1849 gibt es nur eine einzige noch bekannte Probeprägung im Besitz der Smithsonian Institution in Washington. Somit zierte der „Liberty Head“ in den Anfangsjahren interessanterweise zugleich das kleinste und das größte nationale Goldmünzen- Nominal der USA.

Historischer Auslöser: Goldrausch in Kalifornien

Werfen wir abschließend einen Blick zurück auf den historischen Auslöser für die ersten Gold-Dollars der USA, was zu den Anfängen des kalifornischen Goldrauschs führt. Man schrieb das Jahr 1848, als James Wilson Marshall im Auftrag des aus der Schweiz stammenden Großgrundbesitzers Johann August Sutter am American River nordöstlich von Sacramento eine Sägemühle errichtete. Bei diesen Bauarbeiten fand der leitende Zimmermann als Erster ein Goldnugget.

Zwar versuchte sein Chef Sutter, den Fund auf der Ranch geheim zu halten, doch bald schon sickerte die Sensation durch und der kalifornische Goldrausch brach aus. Für den Initiator selbst und seinen Arbeitgeber hatte dies fatale Konsequenzen: Sutter verlor durch die anstürmenden Goldgräber einen Großteil seines riesigen Besitzes und Marshall verarmte völlig bis zu seinem Tod am 10. August 1885 – ein Schicksal, das er mit vielen der damaligen Glücksritter teilte.

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