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Einer der strahlendsten Fürstenhöfe Europas wird 2010 in Gold geprägt: Die „Würzburger Residenz und Hofgarten“ ist Motiv der diesjährigen deutschen 100-Euro-Gedenkmünze aus der UNESCO-Welterbe-Serie. Nach einstimmigem Jury-Urteil erhielt ein Entwurf des Berliner Grafikers Dietrich Dorfstecher den ersten Preis im Münzwettbewerb.
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Den alljährlichen Höhepunkt im Münzausgabeprogramm der Bundesrepublik Deutschland stellt zweifellos der Gold-Euro dar, der in einer halbe Unze reinstem Edelmetall geprägt wird und jeweils im Oktober erscheint.
Außer der Erstausgabe von 2002 („Einführung des Euro“) und der Fußball-WM Ausgabe von 2005 würdigen alle deutschen 100-Euro-Münzen in einer eindrucksvollen Serie die UNESCO-Welterbestätten in Deutschland. 2010 wird die Reihe um ein weiteres Prunkstück bereichert, das die barocke Würzburger Residenz samt den zugehörigen Parkanlagen zeigt.
Der Entwurf des Berliner Grafikers Dietrich Dorfstecher mit seiner realistischen Darstellung der Palastanlage hebt sich, so das Preisgericht, „aus der Vielzahl der qualitätsvollen Mitbewerber durch seine detailgetreue und vollständige Wiedergabe aller Teile des Welterbes ab“.
Auch die Wertseite spreche durch ihre klare Gestaltung an, die mit der Bildseite in Einklang steht. Die „würdige Darstellung des Bundesadlers“ wird von der Jury dabei, besonders hervorgehoben. Wörtlich heißt es: „Insgesamt stellt die Arbeit ein künstlerisch anspruchsvolles Werk dar, das durch hohen Wiedererkennungswert und harmonische Gestaltung die Identifikationskraft dieses Welterbes bemerkenswert widerspiegelt“. |
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Die Würzburger Residenz wird von der UNESCO als „das einheitlichste und außergewöhnlichste aller Barockschlösser“ betrachtet.
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut, stellt sie einen der strahlendsten Fürstenhöfe Europas dar. 1981 wurde die Palastanlage samt Hofgärten als eines der ersten deutschen Ensembles von der UNESCO in die Liste des Kulturerbes der Welt aufgenommen.
Die Würzburger Residenz gilt durch das Zusammenwirken von Künstlern aus vielen Ländern Europas, als „Synthese des europäischen Barock“. Die angesehensten Architekten ihrer Zeit steuerten Entwürfe bei, die Ausführungspläne zeichnete Balthasar Neumann, der berühmte Hofbaumeister des Fürstbischofs. Bildhauer und Stuckateure kamen aus Italien, Flandern oder München.
So stammt das berühmte Deckenbild über dem Treppenhaus und die Wandgemälde des Kaisersaals von dem Venezianer Giovanni Battista Tiepolo. Der Stuckateur Antonio Bossi und der Bildhauer van der Auvera schufen das Spiegelkabinett der Residenz, das von den Kunsthistorikern der UNESCO als „das vollkommenste Raumkunstwerk des Rokoko“ bezeichnet wird.
Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurde die gewaltige Palastanlage in über 40-jähriger Arbeit vorbildlich wiederaufgebaut und restauriert. Heute ist die Residenz mit den Hofgärten eine Touristenattraktion, die jährlich über 300.000 Besucher anlockt. |
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Die diesjährige 100-Euro-Münze „Würzburger Residenz und Hofgarten“ ist nach „Weimar“ 2006 schon der zweite deutsche Gold-Euro, den Dietrich Dorfstecher gestaltet hat. Das hat vor ihm noch keiner geschafft.
Nach seinem Erfolgsgeheimnis befragt, meint der Grafiker aus Berlin bescheiden: „Die Sorgfalt der Vorbreitung hat sich ausgezahlt“. Dorfstecher, der im Februar 77 Jahre alt wird, ist eigens für diese Arbeit nach Würzburg gereist, um die gewaltige Palastanlage persönlich auf sich wirken zu lassen. „Das kann man nicht von einer Postkarte abmalen“, meint der Künstler.
Dietrich Dorfstecher, geboren in Kreckow bei Stettin, gehört zu den erfahrensten Briefmarken- und Münzdesignern Deutschlands. Er studierte an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und ließ sich vor 50 Jahren in der Hauptstadt als freischaffender Grafiker nieder.
Dorfstecher gestaltete zu DDR Zeiten zahlreiche Postwertzeichen und Gedenkmünzen. Insgesamt 15 seiner Arbeiten wurden bis zur Wende in der DDR als Münzen geprägt.
In der Bundesrepublik angekommen, setzte der „Gebrauchsgrafiker“, wie er sich noch heute selbst bezeichnet, sein Werk fort: Neben verschiedenen Briefmarken schuf er die 10-DM-Silbermünze „750 Jahre Katharinenkloster / 50 Jahre Meeresmuseum in Stralsund“ (2001) und im Euro-Zeitalter „Nationalparke Wattenmeer“ (2004), „UNESCO Welterbe Weimar“ (2006) sowie ganz aktuell „600 Jahre Universität Leipzig“ (2009).
Da Dietrich Dorfstecher selbst kein Bildhauer ist, überlässt er die plastisiche Umsetzung seiner Grafiken erfahrenen Künstler-Kollegen. Das Gipsmodell für den Gold-Euro 2010 hat Heinz Hoyer geschaffen, der selbst zu den erfolgreichsten deutschen Münzdesignen gehört und schon viele Preise gewonnen hat. |
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